Vertriebsverbot von Praluent® in Deutschland wieder aufgehoben

Das am 11. Juli 2019 vom Landgericht Düsseldorf für Deutschland ausgesprochene Verbot der Produktion, Vermarktung, des Vertriebs und Verkaufs des PCSK9-Inhibitors Praluent® (Wirkstoff: Alirocumab) von Sanofi und Regeneron ist aufgehoben. Das hat die Beschwerdekammer des Europäischen Patentamts Ende Oktober 2020 entschieden. Dem im Jahr 2019 verhängte Verbot war eine Klage von AMGEN wegen der Verletzung des Patents auf Repatha® (Wirkstoff: Evolocumab) durch die Vermarktung von Praluent® vorausgegangen.

Praluent® wurde nur wegen dieser rechtlichen Gegebenheiten vom Markt genommen. Die Entscheidung stand in keinem Zusammenhang mit der Wirksamkeit, Qualität oder Produktsicherheit.

Für Patientinnen und Patienten, die mit einem PCSK9-Inhibitor behandelt werden sollen, stehen also zukünftig sowohl Praluent® als auch Repatha® zur Verfügung.

Die Pressemitteilung von Sanofi finden Sie hier.

 

Neues Aufklärungsposter zum Thema „Familiäre Hypercholesterinämie (FH)“

In einer gemeinschaftlichen Projektarbeit des Thieme-Verlags und der Amgen GmbH wurde unter der wissenschaftlichen Leitung der Autoren Dr. med. U. Schatz, Dr. med. A. Vogt, Prof. Dr. med. W. März und Prof. Dr. med. N. Weiss ein wissenschaftliches Poster zur Familiären Hypercholesterinämie entwickelt.

Auf einer DocCheck-geschützten Seite von AMGEN für Fachkreise (unter Therapiebereiche/Atherosklerose/Artikel.html?id_1820) stellt das Unternehmen jeder interessierten Ärztin und jedem interessierten Arzt das wissenschaftliche Poster zur FH und eine daraus entwickelte Präsentation zur Verfügung. Eine Zusendung des Posters per Post kann individuell initiiert werden. Aus Kodex-Gründen darf nur ein Poster pro Ärztin/Arzt abgerufen werden.

Ziel dieses Projektes ist es, möglichst übersichtlich Kernfakten dieser wichtigen genetischen Erkrankung darzustellen, und damit mehr Aufmerksamkeit und eine möglichst frühe Diagnosestellung zu unterstützen. Denn leider erfolgt die Diagnose dieser klinisch stumm verlaufenden Erkrankung oft erst mit dem ersten kardiovaskulären Ereignis.

Die FH ist eine der am häufigsten autosomal dominant vererbten metabolischen Erkrankungen, die von Kindheit an zu einer ausgeprägten Erhöhung der Plasma-LDL-C-Konzentration führt. In Deutschland erhalten gemäß Schätzung nur 1-10 % der bis zu 270 000 FH-Patienten eine differenzierte Diagnose, die zu einer adäquaten, prognoseverbessernden Therapie führen kann. Unbehandelt sind die Folgen schwerwiegend: Patienten mit einer homozygoten FH können schon in den frühen Lebensjahren durch z.B. einen Myokardinfarkt versterben, bei HeFH gilt dies mit längerer Latenzzeit bis zur klinischen Manifestation, wobei es ein Kontinuum der Ausprägung und der phänotypischen Erscheinung gibt, je nach Genetik.

DGFF (Lipid-Liga) startet Kampagne „Auf Ziel“ mit Kick-Off „Jena auf Ziel“

Das Ziel: Alle Herzinfarkt-Patienten erreichen ihren LDL-Cholesterin-Zielwert.

 

Erhöhte LDL-Cholesterin-(LDL-C) Werte sind bekanntermaßen ein Risikofaktor für atherosklerotische kardio­vaskuläre Erkrankungen. Die aktuelle ESC/EAS Leitlinie 2019 empfiehlt in der Sekundärprävention bei kardiovaskulären Hochrisikopatienten eine LDL-C-Senkung von 50 % vom Ausgangswert und mehr und einen LDL-C-Zielwert von < 55 mg/dl (< 1,4 mmol/l). Um die Zielwerterreichung ist es jedoch in Deutschland schlecht bestellt: Weniger als 20 % der Risikopatienten erreichen den aktuellen Zielwert. Deshalb startet die DGFF (Lipid-Liga) e.V. eine bundesweite Kampagne „Auf Ziel“. Der Kick-Off mit „Jena auf Ziel“ erfolgte online am 16.12.2020 in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Jena.

In allen Städten und Gemeinden und damit letztendlich in allen Bundesländern sollen interdisziplinäre Netzwerke bestehend aus Ärztinnen und Ärzten verschiedener Fachrichtungen aus Klinik und ambulantem Bereich, Reprä­sentantinnen und Repräsentanten von Institutionen im Gesundheitssektor sowie Patientenorganisationen ins Leben gerufen werden. Durch Wissens­transfer, Erfahrungsaustausch und Kooperation soll es gelingen, die Behandlung von Dyslipidämien bei kardiovaskulären Risikopatienten bundesweit zu optimieren. Lesen Sie dazu auch unsere Pressemitteilung.

Das Programm der Kick-Off-Veranstaltung „Jena auf Ziel“ sah Impulsvorträgen und viel Zeit für Diskussionen vor.

Eine Aufzeichnung dieser spannenden Auftaktveranstaltung finden Sie hier.

Eine aktuelle Publikation von Schubert et al bekräftigt, dass eine intensivere Statin-Therapie sowie eine starke und frühzeitige Senkung des LDL-Cholesterins bei Patienten nach einem Myocard-Infarkt (MI) deren Risiko für alle kardiovaskulären Ereignisse sowie die Gesamtmortalität reduzieren. Dies stützt die Empfehlung, dass eine frühe LDL-C-Senkung nach MI den größten Nutzen zeitigt.

Bei der Bildung von Netzwerken setzt die DGFF (Lipid-Liga) auch auf die mittlerweile rd. 450 Ärztinnen und Ärzte, die Lipidologinnen und Lipidologen DGFF sind, sowie auf die sechs als Lipidologische Kompetenzzentren und Netzwerke DGFF und die rd. 30 als Lipid-Ambulanzen DGFF zertifizierten medizinischen Einrich­tungen. Diese sollen in ihrer Stadt oder Region als Motor fungieren.

Wenn Sie sich beteiligen und ein Netzwerk ins Leben rufen möchten, setzen Sie sich mit der Geschäftsstelle der DGFF (Lipid-Liga) in Verbindung. Wir unterstützen Sie gern.