Kaiserslautern auf Ziel

Alle kardiovaskulären Hochrisikopatient*innen erreichen ihren LDL-Cholesterin-Zielwert.

 

Am 27. Oktober fand in Kaiserslautern vor Ort und virtuell die Auftaktveranstaltung „Kaiserslautern auf Ziel“ statt. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Herrn Professor Dr. med. Burghard Schumacher, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin 2 des Westpfalz-Klinikums, diskutierten Expertinnen und Experten zusammen mit Ärztinnen und Ärzten aus Kaiserslautern und Umgebung, wie es gemeinsam gelingen kann, alle Herzinfarkt- und weitere Patient*innen mit einem sehr hohen kardiovaskulären Risiko auf ihren LDL-Cholesterin-Zielwert zu bringen.

Das Programm der Hybrid-Veranstaltung bestand aus Vorträgen von Herrn lzv. Prof. (univ. Osijek, HR) Dr. med. Dr. sc. Robert Bernat, Herrn Prof. Dr. Dr. med. Stephan Schirmer und Herrn Dr. med. Benjamin Jakob. Die Diskussionsrunde moderierte Herr Prof. Dr. med. Tim Süselbeck.

Eine Aufzeichnung dieser spannenden Auftaktveranstaltung finden Sie im Youtube-Kanal der DGFF (Lipid-Liga).

Erhöhte LDL-Cholesterin-(LDL-C) Werte sind bekanntermaßen ein Risikofaktor für atherosklerotische kardio­vaskuläre Erkrankungen. Die aktuelle ESC/EAS Leitlinie 2019 empfiehlt in der Sekundärprävention bei kardiovaskulären Hochrisikopatienten eine LDL-C-Senkung von 50 % vom Ausgangswert und mehr und einen LDL-C-Zielwert von < 55 mg/dl (< 1,4 mmol/l). Um die Zielwerterreichung ist es jedoch in Deutschland schlecht bestellt: Weniger als 20 % der Risikopatienten erreichen den aktuellen Zielwert. Deshalb startete die DGFF (Lipid-Liga) e.V. eine bundesweite Kampagne „Auf Ziel“.

STEMI-Patient*innen und damit die interventionelle Kardiologie stehen im Fokus der Kampagne: Letztlich sollen in allen Städten, Gemeinden und Regionen im Bundesgebiet interdisziplinäre und intersektorale Netzwerke entstehen – bestehend aus Ärztinnen und Ärzten verschiedener Fachrichtungen aus Klinik und ambulantem Bereich, Reprä­sentantinnen und Repräsentanten von Institutionen im Gesundheitssektor sowie Patientenorganisationen. Durch Wissens­transfer, Erfahrungsaustausch und Kooperation soll es gelingen, die Behandlung von Dyslipidämien bei kardiovaskulären Hochrisikopatienten bundesweit zu optimieren.

Eine aktuelle Publikation von Schubert et al bekräftigt, dass eine intensivere Statin-Therapie sowie eine starke und frühzeitige Senkung des LDL-Cholesterins bei Patienten nach einem Myocard-Infarkt (MI) deren Risiko für alle kardiovaskulären Ereignisse sowie die Gesamtmortalität reduzieren. Dies stützt die Empfehlung, dass eine frühe LDL-C-Senkung nach MI den größten Nutzen zeitigt.

Bei der Bildung von Netzwerken setzt die DGFF (Lipid-Liga) auch auf die mittlerweile über 500 Lipidologinnen und Lipidologen DGFF sowie auf die als Lipidologische Kompetenzzentren und Netzwerke DGFF und die als Lipid-Ambulanzen DGFF zertifizierten medizinischen Einrich­tungen.

Wenn Sie sich beteiligen und ein Netzwerk ins Leben rufen möchten, setzen Sie sich mit der Geschäftsstelle der DGFF (Lipid-Liga) in Verbindung. Wir unterstützen Sie gern.