Daten aus 7 Jahren Deutsches Lipoproteinapherese-Register auf dem EAS Congress

Beim diesjährigen 89sten EAS Virtual Congress waren erstmals Daten aus sieben Jahren des Deutschen Lipopropteinapherese-Registers (DLAR) ein Thema. Herr Professor Schettler präsentierte eindrucksvolle Daten am Mittwoch, dem 2. Juni 2021, in der Late Breaker Session 2 (10:00 – 11:15 Uhr, Hall A) in seinem Vortrag „The German Lipoprotein Apheresis Registry – more than 7 years on“. Ausgewertet wurden die Daten von über 2.000 Hochrisikopatientinnen und -patienten mit progressiver kardiovaskulärer Erkrankung und erhöhten LDL-Cholesterin- und/oder Lipoprotein(a)-Werten. Bei allen Patientinnen und Patienten wurden mit regelmäßig durchgeführter Lipoproteinapherese sowohl der LDL-C- (Median 68,2%) als auch der Lp(a)-Spiegel (Median 72,4 %) gesenkt und MACE-Raten deutlich reduziert.

Dazu gab die EAS eine Pressemitteilung heraus.

Hier finden Sie Informationen zum DLAR.

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Stellungnahme zu einem Schreiben der BARMER vom März an Ärztinnen und Ärzte mit Bezug zum „optimalen LDL-Spiegel“

Mit einer gemeinsamen Stellungnahme antworten die D.A.CH.-Gesellschaft für Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und die DGFF (Lipid-Liga) auf ein Schreiben der BARMER an Ärztinnen und Ärzte im März dieses Jahres, in dem der Hinweis auf die Bempedoinsäure-Präparate als neue Optionen in der Lipid-Therapie in Zusam­menhang gebracht mit den Ergebnissen einer von Johannesen et al. publizierten Studie.

In dieser dänischen Beobachtungsstudie wurden Daten der Copenhagen General Popula­tion Study ausgewertet unter der Fragestellung, welche Assoziation zwischen LDL-Cholesterin-(LDL-C-)werten und der Mortalität in der Gesamtbevölkerung besteht und bei welcher LDL-C-Konzentration das Mortalitätsrisiko am niedrigsten ist. U. a. kommt die Studiengruppe von B. Nordestgaard zu dem Ergebnis: „The concentration of LDL-C associated with the lowest risk of all cause mortality was 3.6 mmol/L (140 mg/dL) in the overall population and in individuals not receiving lipid lowering treatment, (…).“ Diesen LDL-C-Wert von 140 mg/dl greift die Krankenkasse in ihrem o. g. Schreiben auf und bezeichnet ihn als den „optimalen LDL-Spiegel“.

Hier handelt es sich um eine irreführende Verkürzung und Fehlinterpretation der Studie. Die Autoren betonen mehrfach: “Any increase in LDL-C, however, was associated with an increased risk of myocardial infarction and death from myocardial infarction”. Es ist seit Jahrzehnten bekannt, dass niedrige LDL-C-Spiegel bei Nicht-Behandelten(!) ein Zeichen für ein gesundheitliches Problem sind, z. B. eine Kachexie. Aus dieser bekannten epidemiologischen Assoziation lässt sich auf keinen Fall ein Therapie-Ziel oder eine Aussage zu einer LDL-C-senkenden Therapie ableiten. Dies betonen die Autoren auch ausdrücklich: “Hence it would be incorrect to use our data as an argument against the use of lipid lowering treatment in the prevention of atherosclerotic cardiovascular disease and mortality.”

Aus Sicht der beiden Gesellschaften entsteht dadurch der falsche Eindruck, in der Primärprävention bei vermeintlich Gesunden seien erst ab einem LDL-C-Wert von 140 mg/dl lipidsenkende Maßnahmen angezeigt bzw. in der Sekundärprävention sei dies der anzustrebende Zielwert. Das aber widerspricht den aktuellen ESC/EAS-Leitlinien.

Die D.A.CH.-Gesellschaft für Prävention und die DGFF (Lipid-Liga) nehmen mit Verwunderung zur Kenntnis, dass Krankenkassen – wie mit o. g. Schreiben erfolgt – direkt versuchen, in die medizinische Behandlung einzugreifen. Die ausführliche Stellungnahme finden Sie hier.

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DGFF-Live-Symposium „Aktuelle und hochwirksame Therapieprinzipien in der Lipidologie“ noch bis 09.05.2021 on demand

Symposium anlässlich der 87. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK)

live am Samstag, dem 10. April 2021 von 10:30 Uhr bis 12:00 Uhr und on demand noch bis 09. Mai 2021 in der Bibliothek der DGK(Der Zugriff für DGK-Mitglieder ist kostenfrei, ansonsten ist eine Anmeldung mit Ticket-Erwerb notwendig.)

Cholesterin ist der Risikofaktor Nr. 1 für kardiovaskuläre Erkrankungen. Durch das bessere Verständnis der Genetik sowie elementarer zellulärer Mechanismen entwickelte sich die Lipidologie in den letzten Jahren zu dem innovativsten Feld in der kardiovaskulären Medizin. Neben der Komplexität des Themas – weit über eine simple Bestimmung von LDL-Cholesterin hinaus – verdeutlichen neue therapeutische Optionen die Notwendigkeit für ein besseres Verständnis von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen. Das diesjährige Symposium hat das Ziel, die relevanten Erkenntnisse der letzten 12 Monate zusammenzufassen und Wege aufzuzeigen – hin zu einer individualisierten, optimierten Therapie für kardiovaskuläre Hochrisikopatienten.

Rund 380 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren live dabei und diskutierten über innovative Neuerungen der Lipidologie 2021.

Das Programm zur Veranstaltung finden Sie hier als PDF.

Ergänzendes zum Vortrag von Prof. S. Patel, USA, finden Sie einerseits im Editorial von O. Weingärtner, S. B. Patel und D. Lütjohann sowie im Podcast „ESC Cardio Talk“ der drei Autoren.

 

Hinweis: Am 19. Mai 2021 von 18:00 Uhr bis 19:30 Uhr findet ein weiteres Live-Symposium der DGFF (Lipid-Liga) auf DGK.Online 2021 statt zum Thema „Lipid-Kompetenzzentren – die Notwendigkeit intersektoralen, interdisziplinären Netzwerkens“. Das vorläufige Programm ist hier zu sehen und wir freuen uns, wenn auch Sie dabei sind.

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Fortsetzung der Kampagne der DGFF (Lipid-Liga)

Das Ziel: Alle Herzinfarkt-Patienten in der Region Weser-Ems erreichen ihren LDL-Cholesterin-Zielwert.

 

Nach dem Start mit „Jena auf Ziel“ im Dezember 2020 beteiligt sich nun auch die Region Weser-Ems an der Kampagne: Die zusammen mit Herrn Professor Dr. Gerald Klose, Bremen, initiierte Kick-Off-Veranstaltung „Weser-Ems auf Ziel“ fand online am 31.03.2021 statt.

In allen Städten und Gemeinden und damit letztendlich in allen Bundesländern sollen interdisziplinäre Netzwerke bestehend aus Ärztinnen und Ärzten verschiedener Fachrichtungen aus Klinik und ambulantem Bereich, Reprä­sentantinnen und Repräsentanten von Institutionen im Gesundheitssektor sowie Patientenorganisationen ins Leben gerufen werden. Durch Wissens­transfer, Erfahrungsaustausch und Kooperation soll es gelingen, die Behandlung von Dyslipidämien bei kardiovaskulären Risikopatienten bundesweit zu optimieren. Lesen Sie dazu auch unsere Pressemitteilung anlässlich des Kampagnenstarts in Jena.

Das Programm der Kick-Off-Veranstaltung „Weser-Ems auf Ziel“ sah Impulsvorträgen und viel Zeit für Diskussionen vor.

Den Mitschnitt der Auftaktveranstaltung finden Sie hier.

Bei der Bildung von Netzwerken setzt die DGFF (Lipid-Liga) auch auf die mittlerweile rd. 450 Ärztinnen und Ärzte, die Lipidologinnen und Lipidologen DGFF sind, sowie auf die sechs als Lipidologische Kompetenzzentren und Netzwerke DGFF und die rd. 30 als Lipid-Ambulanzen DGFF zertifizierten medizinischen Einrich­tungen. Diese sollen in ihrer Stadt oder Region als Motor fungieren.

Wenn Sie sich beteiligen und ein Netzwerk ins Leben rufen möchten, setzen Sie sich bitte mit der Geschäftsstelle der DGFF (Lipid-Liga) in Verbindung. Wir unterstützen Sie gern.

 

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Die DGFF (Lipid-Liga) ehrt Herrn Prof. Dr. med. Dr. h. c. Dietrich Seidel

Für seine herausragenden Verdienste für die Forschung auf dem Gebiet der Fettstoffwechselstörungen sowie die Entwicklung von Diagnostik- und Therapieverfahren ehrt die Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechsel­störungen und ihren Folgeerkrankungen DGFF (Lipid-Liga) Herrn Professor Dr. med. Dr. h. c. Dietrich Seidel. Als Anerkennung für sein Lebenswerk überreichte ihm Frau Dr. med. Anja Vogt, stellvertretende Vorsitzende der DGFF (Lipid-Liga), eine Ehrenurkunde sowie die Michel Eugène Chevreul-Medaille. Chevreul (*31. August 1786 in Angers, Frankreich; † 9. April 1889 in Paris) war ein französischer Chemiker, der Cholesterin isoliert und den Namen Cholésterin geprägt hat. Die Ehrung wurde corona-bedingt aufgezeichnet und erfolgte im Rahmen des Vascular Medicine and Atherosclerosis Congress (VMAC) online am 12. März 2021.

Prof. Seidel ist nach Herrn Prof. Dr. med. Hans Kaffarnik der zweite Wissenschaftler, der diese Auszeichnung der DGFF (Lipid-Liga) für seine klinische Forschung und sein Lebenswerk erhält, die zukünftig alle zwei Jahre anlässlich des Tags des Cholesterins verliehen wird. Lesen Sie mehr in unserer Pressemitteilung.

Fotoquelle: DGFF (Lipid-Liga) e.V./Saleik

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DGFF (Lipid-Liga) startet Kampagne „Auf Ziel“ mit Kick-Off „Jena auf Ziel“

Das Ziel: Alle Herzinfarkt-Patienten erreichen ihren LDL-Cholesterin-Zielwert.

 

Erhöhte LDL-Cholesterin-(LDL-C) Werte sind bekanntermaßen ein Risikofaktor für atherosklerotische kardio­vaskuläre Erkrankungen. Die aktuelle ESC/EAS Leitlinie 2019 empfiehlt in der Sekundärprävention bei kardiovaskulären Hochrisikopatienten eine LDL-C-Senkung von 50 % vom Ausgangswert und mehr und einen LDL-C-Zielwert von < 55 mg/dl (< 1,4 mmol/l). Um die Zielwerterreichung ist es jedoch in Deutschland schlecht bestellt: Weniger als 20 % der Risikopatienten erreichen den aktuellen Zielwert. Deshalb startet die DGFF (Lipid-Liga) e.V. eine bundesweite Kampagne „Auf Ziel“. Der Kick-Off mit „Jena auf Ziel“ erfolgte online am 16.12.2020 in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Jena.

In allen Städten und Gemeinden und damit letztendlich in allen Bundesländern sollen interdisziplinäre Netzwerke bestehend aus Ärztinnen und Ärzten verschiedener Fachrichtungen aus Klinik und ambulantem Bereich, Reprä­sentantinnen und Repräsentanten von Institutionen im Gesundheitssektor sowie Patientenorganisationen ins Leben gerufen werden. Durch Wissens­transfer, Erfahrungsaustausch und Kooperation soll es gelingen, die Behandlung von Dyslipidämien bei kardiovaskulären Risikopatienten bundesweit zu optimieren. Lesen Sie dazu auch unsere Pressemitteilung.

Das Programm der Kick-Off-Veranstaltung „Jena auf Ziel“ sah Impulsvorträgen und viel Zeit für Diskussionen vor.

Eine Aufzeichnung dieser spannenden Auftaktveranstaltung finden Sie hier.

Eine aktuelle Publikation von Schubert et al bekräftigt, dass eine intensivere Statin-Therapie sowie eine starke und frühzeitige Senkung des LDL-Cholesterins bei Patienten nach einem Myocard-Infarkt (MI) deren Risiko für alle kardiovaskulären Ereignisse sowie die Gesamtmortalität reduzieren. Dies stützt die Empfehlung, dass eine frühe LDL-C-Senkung nach MI den größten Nutzen zeitigt.

Bei der Bildung von Netzwerken setzt die DGFF (Lipid-Liga) auch auf die mittlerweile rd. 450 Ärztinnen und Ärzte, die Lipidologinnen und Lipidologen DGFF sind, sowie auf die sechs als Lipidologische Kompetenzzentren und Netzwerke DGFF und die rd. 30 als Lipid-Ambulanzen DGFF zertifizierten medizinischen Einrich­tungen. Diese sollen in ihrer Stadt oder Region als Motor fungieren.

Wenn Sie sich beteiligen und ein Netzwerk ins Leben rufen möchten, setzen Sie sich mit der Geschäftsstelle der DGFF (Lipid-Liga) in Verbindung. Wir unterstützen Sie gern.

 

Zum Foto oben: Die ersten Herzinfarktpatienten in Jena sind „auf Ziel“. (Quelle: UKJ/Szabó)

 

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Inclisiran (Markenname Leqvio®) von Novartis erhält Zulassung der EMA

Am 11. Dezember 2020 gab der Schweizer Pharmakonzern Novartis bekannt, dass sein Wirkstoff Inclisiran (Markenname Leqvio®) von der European Medicines Agency (EMA) zugelassen wurde. In Deutschland wurde Inclisiran am 01. Februar 2021 auf den Markt gebracht und ist die erste und einzige auf small interfering RNA (siRNA) basierende Therapie für Patienten mit Hypercholesterinämie oder gemischter Dyslipidämie.

Das über einen neuartigen Mechanismus wirkende Inclisiran kann bei atherosklerotisch bedingten kardiovaskulären Erkrankungen (ASCVD) sowie bei Heterozygoter Familiärer Hypercholesterinämie (HeFH) trotz maximaler lipidsenkender Therapie erhöhte LDL-C-Werte um bis zu 52 % senken. Da immer noch rd. 80 % dieser Hochrisikopatienten trotz der verfügbaren Therapeutika ihren LDL-C-Zielwert nicht erreichen, verbindet sich mit Inclisiran die Hoffnung, das Risiko dieser PatientInnen für kardiovaskuläre Ereignisse wie Herzinfarkt und Schlaganfall deutlich zu senken.

Inclisiran wird in zwei Injektionen pro Jahr verabreicht und zeigte sich in der Phase III Studie ORION bei 3.600 erwachsenen PatientInnen mit ASCVD, ASCVD-Risiko-Äquivalent und/oder HeFH bei maximaler tolerierter Statintherapie als gut verträglich und nebenwirkungsarm. Die zweite Dosis wurde drei Monate nach der ersten verabreicht, was eine 17 Monate anhaltende LDL-C-Senkung bewirkte. Zusätzliche Nachauswertungen der Studie zeigten, dass 88 % der PatientInnen den empfohlenen LDL-C-Zielwert erreichten.

Leqvio® ist zugelassen für die Therapie von Erwachsenen mit Primärer Hypercholesterinämie (familiär heterocygot oder nicht familiär) oder gemischter Dyslipidämie begleitend zu einer lipidsenkenden Ernährung:

  • kombiniert mit einem Statin oder einem Statin und anderen lipidsenkenden Therapien bei PatientInnen, die trotz maximaler tolerierter Dosis ihren LDL-C-Zielwert nicht erreichen oder
  • allein oder kombiniert mit anderen lipidsenkenden Therapien bei PatientInnen mit Statin-Intoleranz oder bei denen ein Statin kontraindiziert ist.

Die Nachricht basiert auf einer Pressemitteilung von Novartis vom 11. Dezember 2020

Zur Zulassung der EMA mit Anhang I

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Vertriebsverbot von Praluent® in Deutschland wieder aufgehoben

Das am 11. Juli 2019 vom Landgericht Düsseldorf für Deutschland ausgesprochene Verbot der Produktion, Vermarktung, des Vertriebs und Verkaufs des PCSK9-Inhibitors Praluent® (Wirkstoff: Alirocumab) von Sanofi und Regeneron ist aufgehoben. Das hat die Beschwerdekammer des Europäischen Patentamts Ende Oktober 2020 entschieden. Dem im Jahr 2019 verhängte Verbot war eine Klage von AMGEN wegen der Verletzung des Patents auf Repatha® (Wirkstoff: Evolocumab) durch die Vermarktung von Praluent® vorausgegangen.

Praluent® wurde nur wegen dieser rechtlichen Gegebenheiten vom Markt genommen. Die Entscheidung stand in keinem Zusammenhang mit der Wirksamkeit, Qualität oder Produktsicherheit.

Für Patientinnen und Patienten, die mit einem PCSK9-Inhibitor behandelt werden sollen, stehen also zukünftig sowohl Praluent® als auch Repatha® zur Verfügung.

Die Pressemitteilung von Sanofi finden Sie hier.

 

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Neues Aufklärungsposter zum Thema „Familiäre Hypercholesterinämie (FH)“

In einer gemeinschaftlichen Projektarbeit des Thieme-Verlags und der Amgen GmbH wurde unter der wissenschaftlichen Leitung der Autoren Dr. med. U. Schatz, Dr. med. A. Vogt, Prof. Dr. med. W. März und Prof. Dr. med. N. Weiss ein wissenschaftliches Poster zur Familiären Hypercholesterinämie entwickelt.

Auf einer DocCheck-geschützten Seite von AMGEN für Fachkreise (unter Therapiebereiche/Atherosklerose/Artikel.html?id_1820) stellt das Unternehmen jeder interessierten Ärztin und jedem interessierten Arzt das wissenschaftliche Poster zur FH und eine daraus entwickelte Präsentation zur Verfügung. Eine Zusendung des Posters per Post kann individuell initiiert werden. Aus Kodex-Gründen darf nur ein Poster pro Ärztin/Arzt abgerufen werden.

Ziel dieses Projektes ist es, möglichst übersichtlich Kernfakten dieser wichtigen genetischen Erkrankung darzustellen, und damit mehr Aufmerksamkeit und eine möglichst frühe Diagnosestellung zu unterstützen. Denn leider erfolgt die Diagnose dieser klinisch stumm verlaufenden Erkrankung oft erst mit dem ersten kardiovaskulären Ereignis.

Die FH ist eine der am häufigsten autosomal dominant vererbten metabolischen Erkrankungen, die von Kindheit an zu einer ausgeprägten Erhöhung der Plasma-LDL-C-Konzentration führt. In Deutschland erhalten gemäß Schätzung nur 1-10 % der bis zu 270 000 FH-Patienten eine differenzierte Diagnose, die zu einer adäquaten, prognoseverbessernden Therapie führen kann. Unbehandelt sind die Folgen schwerwiegend: Patienten mit einer homozygoten FH können schon in den frühen Lebensjahren durch z.B. einen Myokardinfarkt versterben, bei HeFH gilt dies mit längerer Latenzzeit bis zur klinischen Manifestation, wobei es ein Kontinuum der Ausprägung und der phänotypischen Erscheinung gibt, je nach Genetik.

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Lp(a)-Update 2020 – ONLINE: Vorträge und Take-Home-Messages jetzt auch in der Mediathek

Beim Live-Kongress am 06. und 07. November 2020 referierten 20 Expertinnen und Experten aus acht Ländern zu aktuellen Erkenntnissen über Lipoprotein(a) (Lp(a)). Mehr als 250 Teilnehmende verfolgten die Vorträge und Diskussionen verschiedener Sitzungen, die sich von den Grundlagen über die klinische Relevanz bis hin zur Therapie unterschiedlichen Aspekten rund um diesen kardiovaskulären Risikofaktor widmeten.

Auf der Kongress-Website finden Sie neben dem Programm ab sofort auch die Kongressmediathek: Hier können alle Kongressteilnehmerinnen und -teilnehmer mit ihren Zugangsdaten zum Kongress kostenfrei nochmal alle Vorträge und Diskussionen verfolgen. Oder Sie können ein Ticket erwerben.

Außerdem stehen frei zugänglich für alle Take-Home-Messages vieler Referenten zur Verfügung, die in kurzen Videos die Kernaussagen ihrer Vorträge präsentieren.

Wir wünschen Ihnen eine erkenntnisreiche Kongress-Nachschau und würden uns freuen, wenn auch Sie beim nächsten Lp(a)-Update 2022 (wieder) dabei sind.

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Lipoproteinapherese: Bei sehr hohem LDL-Cholesterin die Therapie der Wahl

Ein Beitrag der ZDF-Serie „Volle Kanne“ zeigt eindrucksvoll, wie durch eine regelmäßige Blutwäsche – der sogenannten Lipoproteinapherese – bei ererbten sehr hohen LDL-Cholesterinwerten das hohe Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall deutlich gesenkt werden kann. Das beschreibt die Sendung exemplarisch an einer 63-jährigen Patientin von Frau Dr. Anja Vogt von der Medizinischen Klinik und Poliklinik IV des LMU Klinikums der Universität München. Semka Leichtenstein leidet an einer Familiären Hypercholesterinämie, die sie vom Vater geerbt hat, der drei Herzinfarkte erlitten hatte. Frau Dr. Vogt, die die Erkrankung diagnostizierte und die Lipoproteinapherese regelmäßig durchgeführt, erklärt, dass sich diese schwere Erkrankung damit gut behandeln lässt. Bei regelmäßiger langfristig erfolgender Blutwäsche kann die Wahrscheinlichkeit des Eintretens eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls deutlich gesenkt, d. h. nicht nur die Lebensqualität, sondern auch die Lebenserwartung erhöht werden.

 

Der Beitrag ist noch bis 24. Juli 2021 in der ZDF-Mediathek zu sehen.

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Plötzlicher Herzinfarkt in jüngerem Alter – TV-Beiträge in MDR und SWR klären auf

Am 22. Oktober 2020 berichtete der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) über einen Patienten, der mit 33 Jahren seinen ersten Hinterwandinfarkt und in wenigen Jahren danach zwei weitere Herzinfarkte erlitten hatte. Obwohl auch sein Vater im selben Alter schon einen Herzinfarkt hatte und der LDL-Cholesterinwert mit 7,3 mmol/l extrem hoch lag, diagnostizierte keiner die Erbkrankheit Familiäre Hypercholesterinämie (FH).

 

Das erfolgte erst nach Untersuchungen im Universitätsklinikum Jena. „Allein die Anamnese lässt da alle Ampeln auf Rot gehen!“ so Professor Dr. Oliver Weingärtner. Wäre schon in der Kindheit aufgrund der Familiengeschichte ein Cholesterintest durchgeführt worden, hätte der Patient lebenslang so behandelt werden können, dass sein Cholesterinwert dauerhaft gesenkt bleibt, und der Herzinfarkt hätte verhindert werden können.

 

Link zum MDR Video

Eine ebenso eindrückliche, aber ausführlichere Sendung läuft am 09. November 2020 im Südwestrundfunk (SWR) in der Serie „rundum gesund“: Hier der Link zur Mediathek

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