NRW-Adipositastag am 27.08.2022

Der Adipositas Verband Deutschland e.V. lädt am Samstag, dem 27. August 2022, erstmals zur einer Informationsveranstaltung für Menschen mit Mehrgewicht ein.

Die Themen „Adipositas verstehen“ und „Adipositas ist eine chronische Erkrankung“ stehen im Mittelpunkt des Tages. Betroffene und Fachleute informieren.

Ort: Jugendherberge Düsseldorf, Düsseldorfer Straße 1

Zeit: 10 Uhr- 18:00 uhr

Der Eintritt ist frei!

 

Finden Sie hier den Flyer zum NRW-Adipositastag 2022

 

Hier geht’s zur Website des Verbandes.

Neu erschienen: Pädiatrische Fettstoffwechselstörungen und Atheroskleroserisiko – kompakt

Dieses schnell zugängliche Nachschlagewerk der Autoren Karl Otfried Schwab und Jürgen Doerfer beschreibt in komprimierter Form alle wichtigen Dyslipoproteinämien im Kindes- und Jugendalter und erläutert die Zusammenhänge zwischen Fettstoffwechselstörungen und Atheroskleroserisiko. Die Autoren zeigen auf, wie wichtig gezielte Diagnostik und konsequente Behandlung ist, um eine akzelerierte Atherogenese zu verhindern.

Die einzelnen Krankheitsbilder sind übersichtlich dargestellt und auf das Wesentliche ausgerichtet, um Pädiatern, aber auch Allgemeinmedizinern und Internisten eine rasche Orientierung zu erleichtern. Darüber hinaus sind ätiopathogenetische und differenzialdiagnostische Erwägungen sowie relevante Primärliteratur fester Bestandteil eines jeden Kapitels.

Neuerscheinung als ebook und gedruckt im Springer Verlag.

 

Die Autoren

Prof. Dr. med. Karl Otfried Schwab, Kinder- und Jugendarzt, leitet die Pädiatrische Endokrinologie, Diabetologie und Lipidologie am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Freiburg. Er arbeitet im Vorstand der Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen DGFF (Lipid-Liga) e.V.
Dr. med. Jürgen Doerfer, Kinder- und Jugendarzt, arbeitet in der Pädiatrischen Endokrinologie, Diabetologie und Lipidologie am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Freiburg u.a. zum Thema Atheroskleroseprävention.

Ein Panel aus national und international führenden Expert*innen diskutiert über den aktuellen Stand der Lp(a)-Forschung

Endlich mal wieder „Face-to-Face“ am 4. und 5. November beim „Lp(a)-Update 2022“ im Kongress Palais in Kassel.
NEU! Call for Papers bis zum 15.09.2022

Das Lp(a)-Update: alle zwei Jahre einzigartig!

Es gibt interessante neue Studiendaten über Lipoprotein(a), aktuelle Empfehlungen und Tools für das Risikomanagement, aber zugleich unverändert große Herausforderungen bei der Analytik und Diagnostik. Wir bringen national und international führende Expert*innen zusammen, fördern den wissenschaftlichen Nachwuchs und regen an zur Diskussion. Seien Sie dabei!

 

Wir freuen uns auf die folgenden Keynote Lectures …

 

Freitag 04.11.2022

Neue Empfehlungen zu Lp(a) (Florian Kronenberg, Innsbruck/Österreich)

Wie wichtig ist es, richtig zu messen? (Arnold von Eckardstein, Zürich/Schweiz)

 

Samstag 05.11.2022

Lp(a) and arterial wall inflammation (Jeffrey Kroon, Amsterdam/Niederlande)

Risk factor management using new tools (Brian Ference, Cambridge/UK)

 

… und weitere spannende Vorträge von:

Lars Berglund, Davis, California/USA

Lotte de Boer & Albert Wiegman, Amsterdam/Niederlande

Ulrich Julius, Dresden

Pia Kamstrup, Kopenhagen/Dänemark

Mira Katan, Basel/Schweiz

Reinhard Klingel, Köln

Anurag Mehta, Richmond, Virginia/USA

Ulrike Nowak-Göttl, Kiel

Volker Schettler, Göttingen

Frank van Buuren, Olpe

Norbert Weiss, Dresden

Johanna Schachtl-Riess, Innsbruck/Österreich

 

Wir laden Sie herzlich ein zum Lp(a)-Update 2o22 am 4. und 5.11.2022 in Kassel.

Lübeck auf Ziel

Alle kardiovaskulären Hochrisikopatient*innen in Lübeck und Umgebung erreichen ihren LDL-Cholesterin-Zielwert

 

Am 01. Juni 2022 fand im Universitätsklinikum Schleswig-Holstein UKSH Campus Lübeck sowie virtuell die Auftaktveranstaltung zu „Lübeck auf Ziel“ statt. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Herrn Professor Dr. med. Ingo Eitel und Herrn Professor Dr. med. Sebastian Meyhöfer diskutierten Expertinnen und Experten zusammen mit Ärztinnen und Ärzten, wie es gemeinsam gelingen kann, alle Herzinfarkt- und weitere Patient*innen mit einem sehr hohen kardiovaskulären Risiko auf ihren LDL-Cholesterin-Zielwert zu bringen.

Das Programm der Hybrid-Veranstaltung bestand aus Vorträgen und einer Diskussionsrunde, die Sie jetzt auch als Video in unserem YouTube-Kanal finden.

 

Zum Hintergrund unserer Kampagne „Auf Ziel“

Die aktuelle ESC/EAS Leitlinie 2019 empfiehlt in der Sekundärprävention bei kardiovaskulären Hochrisikopatienten eine LDL-C-Senkung von 50 % vom Ausgangswert und mehr und einen LDL-C-Zielwert von < 55 mg/dl (< 1,4 mmol/l). Um die Zielwerterreichung ist es jedoch in Deutschland schlecht bestellt: Weniger als 20 % der Hochrisikopatienten erreichen den aktuellen Zielwert. Deshalb startete die DGFF (Lipid-Liga) e.V. eine bundesweite Kampagne „Auf Ziel“.

STEMI-Patient*innen und damit die interventionelle Kardiologie stehen im Fokus: Letztlich sollen in allen Städten, Gemeinden und Regionen im Bundesgebiet interdisziplinäre und intersektorale Netzwerke entstehen – bestehend aus Ärztinnen und Ärzten verschiedener Fachrichtungen aus Klinik und ambulantem Bereich, Reprä­sentantinnen und Repräsentanten von Institutionen im Gesundheitssektor sowie Patientenorganisationen. Durch Wissens­transfer, Erfahrungsaustausch und Kooperation soll es gelingen, die Behandlung von Dyslipidämien bei kardiovaskulären Hochrisikopatienten bundesweit zu optimieren.

Eine aktuelle Publikation von Schubert et al bekräftigt, dass eine intensivere Statin-Therapie sowie eine starke und frühzeitige Senkung des LDL-Cholesterins bei Patienten nach einem Myocard-Infarkt (MI) deren Risiko für alle kardiovaskulären Ereignisse sowie die Gesamtmortalität reduzieren. Dies stützt die Empfehlung, dass eine frühe LDL-C-Senkung nach MI den größten Nutzen zeitigt.

Bei der Bildung von Netzwerken setzt die DGFF (Lipid-Liga) auch auf die mittlerweile über 580 Lipidologinnen und Lipidologen DGFF sowie auf die als Lipidologische Kompetenzzentren und Netzwerke DGFF und die als Lipid-Ambulanzen DGFF zertifizierten medizinischen Einrich­tungen.

Wenn Sie sich beteiligen und ein Netzwerk ins Leben rufen möchten, setzen Sie sich mit der Geschäftsstelle der DGFF (Lipid-Liga) in Verbindung. Wir unterstützen Sie gern.

Vorträge beim Symposium der DGFF (Lipid-Liga) bei der DGK-Jahrestagung am 23.04.2022

Lipidwerte auf Ziel für kardiovaskuläre Gesundheit

Am Samstag, dem 23. April 2022, von 11.30 Uhr bis 13:00 Uhr veranstaltete die DGFF (Lipid-Liga) ein spannendes Hybrid-Symposium im Rahmen der Jahrestagung der DGK.

Die Lipidologie entwickelt sich in den letzten Jahren zu dem innovativsten Feld in der kardiovaskulären Medizin: Es gab und gibt viel zu diskutieren. Hier das Programm.

Die Erreichung des LDL-C-Zielwerts spielt bei kardiovaskulären Hochrisikopatienten eine zentrale Rolle. Das zeigen auch aktuelle Registerdaten aus Schweden: Eine LDL-C-Senkung von 80 mg/dl (2 mmol/l) nach ST-Hebungsinfarkt senkt die Gesamtmortalität innerhalb von 4 Jahren um über 70 %. Vor diesem Hintergrund starteten wir unsere Kampagne „auf Ziel“, mit der wir gemeinsam mit Ihnen Deutschland „auf Ziel“ bringen und die kardiovaskuläre Sterblichkeit senken wollen. Frau Professor Bäßler berichtete am Beispiel Regensburg wie man’s macht.

Weiterhin ist die Früherkennung von Dyslipidämien unbefriedigend wie aktuelle Studiendaten zeigen, die Stefan Arens vorstellte.

Und weil die Genetik bei Dyslipidämien eine wichtige Rolle spielt, beleuchtete Professor März zudem die Frage, welche Bedeutung ihr in der Kardiologie zukommt.

Darüber hinaus schauten wir mit Herrn Professor Worm auf aktuelle Erkenntnisse der Ernährungsforschung und haben die Frage neu diskutiert, ob bei den Zufuhrempfehlungen für Fettsäuren nicht ein Paradigmenwechsel angesagt ist.

In unserem Youtube-Kanal finden Sie alle Vorträge als on-demand-Angebot  hier die Links:

Andrea Bäßler zum Thema „Zielwerterreichung bei Hochrisikopatienten – wie macht man’s?“

Stefan Arens zum Thema „Lehren aus der Fr1dolin-Studie – frühes Screening auf Hypercholesterinämie bereits bei der U9?“

Winfried März zum Thema „Welche Rolle spielt die Genetik für den Kardiologen?“ 

Nicolai Worm zum Thema „Gesättigte und ungesättigte Fettsäuren und kardiovaskuläres Risiko – ist ein Paradigmenwechsel angesagt?

 

Kaiserslautern auf Ziel

Alle kardiovaskulären Hochrisikopatient*innen erreichen ihren LDL-Cholesterin-Zielwert.

 

Am 27. Oktober fand in Kaiserslautern vor Ort und virtuell die Auftaktveranstaltung „Kaiserslautern auf Ziel“ statt. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Herrn Professor Dr. med. Burghard Schumacher, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin 2 des Westpfalz-Klinikums, diskutierten Expertinnen und Experten zusammen mit Ärztinnen und Ärzten aus Kaiserslautern und Umgebung, wie es gemeinsam gelingen kann, alle Herzinfarkt- und weitere Patient*innen mit einem sehr hohen kardiovaskulären Risiko auf ihren LDL-Cholesterin-Zielwert zu bringen.

Das Programm der Hybrid-Veranstaltung bestand aus Vorträgen von Herrn lzv. Prof. (univ. Osijek, HR) Dr. med. Dr. sc. Robert Bernat, Herrn Prof. Dr. Dr. med. Stephan Schirmer und Herrn Dr. med. Benjamin Jakob. Die Diskussionsrunde moderierte Herr Prof. Dr. med. Tim Süselbeck.

Eine Aufzeichnung dieser spannenden Auftaktveranstaltung finden Sie im Youtube-Kanal der DGFF (Lipid-Liga).

Erhöhte LDL-Cholesterin-(LDL-C) Werte sind bekanntermaßen ein Risikofaktor für atherosklerotische kardio­vaskuläre Erkrankungen. Die aktuelle ESC/EAS Leitlinie 2019 empfiehlt in der Sekundärprävention bei kardiovaskulären Hochrisikopatienten eine LDL-C-Senkung von 50 % vom Ausgangswert und mehr und einen LDL-C-Zielwert von < 55 mg/dl (< 1,4 mmol/l). Um die Zielwerterreichung ist es jedoch in Deutschland schlecht bestellt: Weniger als 20 % der Risikopatienten erreichen den aktuellen Zielwert. Deshalb startete die DGFF (Lipid-Liga) e.V. eine bundesweite Kampagne „Auf Ziel“.

STEMI-Patient*innen und damit die interventionelle Kardiologie stehen im Fokus der Kampagne: Letztlich sollen in allen Städten, Gemeinden und Regionen im Bundesgebiet interdisziplinäre und intersektorale Netzwerke entstehen – bestehend aus Ärztinnen und Ärzten verschiedener Fachrichtungen aus Klinik und ambulantem Bereich, Reprä­sentantinnen und Repräsentanten von Institutionen im Gesundheitssektor sowie Patientenorganisationen. Durch Wissens­transfer, Erfahrungsaustausch und Kooperation soll es gelingen, die Behandlung von Dyslipidämien bei kardiovaskulären Hochrisikopatienten bundesweit zu optimieren.

Eine aktuelle Publikation von Schubert et al bekräftigt, dass eine intensivere Statin-Therapie sowie eine starke und frühzeitige Senkung des LDL-Cholesterins bei Patienten nach einem Myocard-Infarkt (MI) deren Risiko für alle kardiovaskulären Ereignisse sowie die Gesamtmortalität reduzieren. Dies stützt die Empfehlung, dass eine frühe LDL-C-Senkung nach MI den größten Nutzen zeitigt.

Bei der Bildung von Netzwerken setzt die DGFF (Lipid-Liga) auch auf die mittlerweile über 500 Lipidologinnen und Lipidologen DGFF sowie auf die als Lipidologische Kompetenzzentren und Netzwerke DGFF und die als Lipid-Ambulanzen DGFF zertifizierten medizinischen Einrich­tungen.

Wenn Sie sich beteiligen und ein Netzwerk ins Leben rufen möchten, setzen Sie sich mit der Geschäftsstelle der DGFF (Lipid-Liga) in Verbindung. Wir unterstützen Sie gern.

2. Lipid-Konsil der DGFF (Lipid-Liga)

Was ist zu tun, wenn bei einem Patienten mit einer Familiären Dysbetalipoproteinämie und fortschreitender schwerer 3-Gefäß-KHK zwar die LDL-Cholesterinwerte gut gesenkt werden konnten, aber die Triglyzeridwerte unverändert erhöht sind? Die Kasuistik und ihre Fragen zur Therapie präsentierte Frau Dr. Ulrike Heuer, Lipidologin DGFF, am 15. September 2021 live beim 2. Lipid-Konsil. Als Experten diskutierten Frau Dr. Anja Vogt, München, Herr Professor Dr. Ulrich Julius, Dresden, und Professor Dr. Stefan Lorkowski, Jena.

Auch Sie können die Diskussion mit unseren Experten und den beteiligten Lipidolog*innen DGFF erleben – hier im Video.

Mit unseren Lipid-Konsilen in regelmäßiger Folge bieten wir Mediziner*innen eine Plattform für den kollegialen Austausch über herausfordernde diagnostische und therapeutische Fragestellungen, das Teilen von Wissen, Erfahrungen sowie Kontakten und nicht zuletzt den Gewinn an Sicherheit für  Entscheidungen. Die Lipid-Konsile sollen einen Beitrag zur Verbesserung der Qualität der Betreuung von Patient*innen mit Fettstoffwechselstörungen leisten.

Werden auch Sie unser Gast bei einem der nächsten Lipid-Konsile! Reichen Sie dafür die Skizze eines aus Ihrer Sicht interessanten Patientenfalls ein, den Sie gern mit Kolleg*innen diskutieren möchten. Wird das Thema vom Vorstand der DGFF (Lipid-Liga) angenommen, organisiert die Geschäftsstelle in Abstimmung mit Ihnen ein Lipid-Konsil, das dann als Aufzeichnung online auch für weitere interessierte Kolleg*innen zur Verfügung gestellt wird.

1. Lipid-Konsil der DGFF (Lipid-Liga): Patientenfälle im Fokus

Mit Lipid-Konsilen geht ein neues Online-Format der DGFF (Lipid-Liga) an den Start. In regelmäßiger Folge erhalten Ärztinnen und Ärzte die Gelegenheit, im kollegialen Austausch diagnostische und therapeutische Fragen rund um einen lipidologischen Patientenfall zu erörtern und zu diskutieren. Dabei sollen Erfahrungen aus der Praxis ausgetauscht, soll Wissen geteilt und können Kontaktnetze geknüpft bzw. erweitert werden, um Erkenntnisse für die eigene Praxis sowie Sicherheit bei ärztlichen Entscheidungen zu gewinnen.

Lipid-Konsile haben ein kompaktes Format von jeweils max. 45 Minuten Länge, an dem bis zu 15 Teilnehmende und zwei Vorstandmitglieder der DGFF (Lipid-Liga) live mitwirken können. Ein Gast präsentiert eine Kasuistik oder ein Thema und mit Hilfe von Live-Votings werden Ideen und Vorschläge aller Teilnehmenden gesammelt, die als Gesprächsgrundlage dienen.

Werden auch Sie unser Gast bei einem der nächsten Lipid-Konsile! Reichen Sie dafür die Skizze eines aus Ihrer Sicht interessanten Falls ein, den Sie gern mit Kolleg*innen diskutieren möchten. Wird das Thema vom Vorstand der DGFF (Lipid-Liga) angenommen, organisiert die Geschäftsstelle in Abstimmung mit Ihnen ein Lipid-Konsil, das dann als Aufzeichnung online auch für weitere interessierte Kolleg*innen zur Verfügung gestellt wird.

Beim 1. Lipid-Konsil am 07. Juli 2021 stellte die Lipidologin DGFF Frau Dr. Stach-Jablonksi, Leiterin der Ambulanz für kardiovaskuläre Prävention am Universitätsklinikum Mannheim, pseudonymisiert den Fall 4-jähriger eineiiger Zwillinge mit gemischt/compound heterocygoter Familiärer Hypercholesterinämie vor. Was diskutiert wurde, können Sie in der Aufzeichnung verfolgen.

Wir hoffen, dass sich unsere in 8-wöchigem Rhythmus geplanten Lipid-Konsile als wertvolle Unterstützung für Ihre Patientenversorgung etablieren und sind gespannt auf Ihren Input!

Daten aus 7 Jahren Deutsches Lipoproteinapherese-Register auf dem EAS Congress

Beim diesjährigen 89sten EAS Virtual Congress waren erstmals Daten aus sieben Jahren des Deutschen Lipopropteinapherese-Registers (DLAR) ein Thema. Herr Professor Schettler präsentierte eindrucksvolle Daten am Mittwoch, dem 2. Juni 2021, in der Late Breaker Session 2 (10:00 – 11:15 Uhr, Hall A) in seinem Vortrag „The German Lipoprotein Apheresis Registry – more than 7 years on“. Ausgewertet wurden die Daten von über 2.000 Hochrisikopatientinnen und -patienten mit progressiver kardiovaskulärer Erkrankung und erhöhten LDL-Cholesterin- und/oder Lipoprotein(a)-Werten. Bei allen Patientinnen und Patienten wurden mit regelmäßig durchgeführter Lipoproteinapherese sowohl der LDL-C- (Median 68,2%) als auch der Lp(a)-Spiegel (Median 72,4 %) gesenkt und MACE-Raten deutlich reduziert.

Dazu gab die EAS eine Pressemitteilung heraus.

Hier finden Sie Informationen zum DLAR.

Stellungnahme zu einem Schreiben von Krankenkassen vom März an Ärztinnen und Ärzte mit Bezug zum „optimalen LDL-Spiegel“

Mit einer gemeinsamen Stellungnahme antworten die D.A.CH.-Gesellschaft für Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und die DGFF (Lipid-Liga) auf ein Schreiben der BARMER und anderer Krankenkassen an Ärztinnen und Ärzte im März dieses Jahres, in dem der Hinweis auf die Bempedoinsäure-Präparate als neue Optionen in der Lipid-Therapie in Zusam­menhang gebracht mit den Ergebnissen einer von Johannesen et al. publizierten Studie.

In dieser dänischen Beobachtungsstudie wurden Daten der Copenhagen General Popula­tion Study ausgewertet unter der Fragestellung, welche Assoziation zwischen LDL-Cholesterin-(LDL-C-)werten und der Mortalität in der Gesamtbevölkerung besteht und bei welcher LDL-C-Konzentration das Mortalitätsrisiko am niedrigsten ist. U. a. kommt die Studiengruppe von B. Nordestgaard zu dem Ergebnis: „The concentration of LDL-C associated with the lowest risk of all cause mortality was 3.6 mmol/L (140 mg/dL) in the overall population and in individuals not receiving lipid lowering treatment, (…).“ Diesen LDL-C-Wert von 140 mg/dl greift die Krankenkasse in ihrem o. g. Schreiben auf und bezeichnet ihn als den „optimalen LDL-Spiegel“.

Hier handelt es sich um eine irreführende Verkürzung und Fehlinterpretation der Studie. Die Autoren betonen mehrfach: “Any increase in LDL-C, however, was associated with an increased risk of myocardial infarction and death from myocardial infarction”. Es ist seit Jahrzehnten bekannt, dass niedrige LDL-C-Spiegel bei Nicht-Behandelten(!) ein Zeichen für ein gesundheitliches Problem sind, z. B. eine Kachexie. Aus dieser bekannten epidemiologischen Assoziation lässt sich auf keinen Fall ein Therapie-Ziel oder eine Aussage zu einer LDL-C-senkenden Therapie ableiten. Dies betonen die Autoren auch ausdrücklich: “Hence it would be incorrect to use our data as an argument against the use of lipid lowering treatment in the prevention of atherosclerotic cardiovascular disease and mortality.”

Aus Sicht der beiden Gesellschaften entsteht dadurch der falsche Eindruck, in der Primärprävention bei vermeintlich Gesunden seien erst ab einem LDL-C-Wert von 140 mg/dl lipidsenkende Maßnahmen angezeigt bzw. in der Sekundärprävention sei dies der anzustrebende Zielwert. Das aber widerspricht den aktuellen ESC/EAS-Leitlinien.

Die D.A.CH.-Gesellschaft für Prävention und die DGFF (Lipid-Liga) nehmen mit Verwunderung zur Kenntnis, dass Krankenkassen – wie mit o. g. Schreiben erfolgt – direkt versuchen, in die medizinische Behandlung einzugreifen. Die ausführliche Stellungnahme finden Sie hier.