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Kinder und Jugendliche

Tipps für Eltern

Zumeist treten Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems in den mittleren Lebensjahren auf. Doch durch das frühzeitige Entdecken von Risikofaktoren und durch gezielte Vorsorge im frühen Kindesalter, zu der insbesondere eine gesunde Lebens- und Ernährungsweise in der Familie gehört, kann dem Auftreten dieser Erkrankungen zumeist rechtzeitig begegnet werden.

Einleitung

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind als Folgeerkrankungen der Atherosklerose (Arterienverkalkung) die häufigste Krankheits- und Todesursache in der Bundesrepublik Deutschland. Rauchen, Zuckerkrankheit, Übergewicht, Bluthochdruck und bestimmte Fettstoffwechselstörungen, zumeist gekennzeichnet durch ein zuviel an Cholesterin, sind die Hauptrisikofaktoren, die zur Atherosklerose führen. Bei vielen Menschen ist neben einer ungesunden Lebensweise (z.B. mangelnder Bewegung) in erster Linie die falsche Ernährung an der Entwicklung dieser Risikofaktoren beteiligt.

 

Zumeist treten Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems in den mittleren Lebensjahren auf. Doch durch das frühzeitige Entdecken dieser Risikofaktoren und durch gezielte Vorsorge im frühen Kindesalter, zu der insbesondere eine gesunde Lebens- und Ernährungsweise in der Familie gehört, kann dem Auftreten dieser Erkrankungen zumeist rechtzeitig begegnet werden.

 

So ist es immer empfehlenswert auch den Cholesterinwert Ihres Kindes bestimmen zu lassen (hierzu reicht bereits ein Tropfen Blut aus der Fingerkuppe), ganz besonders dann, wenn in Ihrer Familie Hinweise auf das Vorhandensein von Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorliegen, z.B. Herzinfarkt und Schlaganfall.

 

Sollten in Ihrer Familie bisher keine dieser Anzeichen vorhanden sein, empfiehlt es sich, bei Ihrem Kind ab dem 10. Lebensjahr den Cholesterinwert einmal bestimmen zu lassen. Dieser Wert setzt sich aus dem sogenannten guten HDL-Cholesterin (das HDL kann nicht hoch genug sein) und dem ungünstigen LDL-Cholesterin (sollte möglichst niedrig sein) zusammen.

Wie hoch darf das Gesamtcholesterin meines Kindes sein?

Hier gilt:

  • weniger als 175 mg/dl: NORMAL
  • zwischen 175 und 200 mg/dl: KONTROLLBEDÜRFTIG – nochmalige Bestimmung des Gesamtcholesterinwertes beim Arzt
  • mehr als 200 mg/dl: ZU HOCH – Bestimmung des guten HDL- und des ungünstigen LDL-Cholesterinwertes beim Arzt, verbunden mit einer anschließenden eingehenden Ernährungberatung

 

> Ihr Arzt sagt, dass der Cholesterinwert bei Ihrem Kind zu hoch ist, wie gehen Sie damit um?

Ihr Arzt wird Ihnen aber auch mitteilen, dass Ihr Kind nicht krank ist, es ist lediglich von einer Fettstoffwechselstörung betroffen, wobei es gilt, langfristigen Herz-Kreislauf-Erkrankungen frühzeitig vorzubeugen.

Folgende grundsätzliche Empfehlungen haben sich bewährt:

  1. Ernährungsumstellung im Sinne der Vermeidung von tierischen Produkten mit hohem Fettanteil. Achtung: Keine kalorienarme Diät – es sei denn, Ihr Kind ist übergewichtig
  2. Stets nur mit sehr wenig Fett kochen, braten oder schmoren. Moderne Gartechniken wie z.B. in hochwertigen Edelstahltöpfen, Schnellkochtöpfen, Alu- und Bratfolien, beschichteten Pfannen und im Römertopf helfen Ihnen dabei. Möglichst keine Friteuse verwenden.
  3. Regelmäßiger Sport (erhöht den HDL-Anteil des Gesamtcholesterins).

 

Diese ohnehin gesunde Ernährungs- und Lebensweise ist gut für die ganze Familie. In den meisten Fällen reicht diese Ernährungs- und Lebensumstellung Möglichkeiten der Cholesterinsenkung, die Sie mit Ihrem Arzt besprechen, wobei die DGFF Ihnen und Ihrem Arzt für Rücksprachen gern zur Verfügung steht.

 

L-Cholesterin (das HDL kann nicht hoch genug sein) und dem ungünstigen LDL-Cholesterin (sollte möglichst niedrig sein) zusammen.

Zur Ernährung:

Vieles ist erlaubt:

 

  • Mageres Geflügel
  • Kalbfleisch
  • Mageres Rind- und Schweinefleisch
  • Magere Wurstwaren
  • Fisch
  • Vollkornbrot
  • Eifreie Nudeln
  • Fruchteis sowie Eis aus Magermilch
  • Obst und Gemüse
  • Milch und Milchprodukte (1,5%)
  • Pflanzliche Margarine
  • Pflanzenöl
  • Eiweiß
  • Getreideprodukte
  • Lakritz, Fruchtgummis
  • Käse bis zu 30 % Fett . Tr

 

Bei der Auswahl entsprechend geeigneter Lebensmittel helfen Ihnen in der Regel die Lebensmittelangaben auf den Verpackungen.

 

Nur auf Weniges ist zu verzichten:

 

  • Ei, Eiernudeln und Gebäck mit Ei
  • Butter, Schmalz
  • Gänse-, Kokos- und Palmfett
  • Innereien, wie z.B. Lunge
  • Fleisch (auch Geflügel) mit sichtbarem Fett
  • Aal, Kaviar
  • Meeresfrüchte
  • Mayonaise
  • Remouladensauce
  • Speck

 

Was passiert, wenn diese Empfehlungen nicht immer und überall berücksichtigt werden können (Party, Urlaub, Klassenfahrten etc.)?

Keine Sorge: Gelegentliche Ausrutscher sind keine Katastrophe!

Die Bundesweite Elternselbsthilfeaktion

Innerhalb der DGFF besteht eine bundesweite Selbsthilfeaktion für Eltern, deren Kinder von einer Fettstoffwechselstörung betroffen sind. Neben dem Auffangen von Ängsten und Sorgen der Eltern, dient diese Aktion zum Austausch von Erfahrungen beim Umgang mit diesen Fettstoffwechselstörungen im täglichen Alltag. Kontakt zu entsprechend erfahrenen Eltern wird über die Geschäftsstelle hergestellt.

Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind als Folgen der Atherosklerose (Arterienverkalkung) die häufigste Krankheits- und Todesursache in Deutschland. Die Risikofaktoren, die zur Atherosklerose führen sind Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, Übergewicht und Rauchen. Bei vielen Menschen ist neben einer ungesunden Lebensweise (z.B. mangelnde Bewegung) in erster Linie eine ungesunde Ernährung an der Entwicklung der Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen beteiligt.

 

Zwar treten Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems meistens erst in den mittleren Lebensjahren auf, doch kann durch das frühzeitige Entdecken der genannten Risikofaktoren und durch gezielte Vorsorge im frühen Kindesalter, zu der insbesondere eine gesunde Lebens- und Ernährungsweise in der Familie gehört, dem Auftreten dieser Erkrankungen begegnet werden.

Wie können die Risikofaktoren frühzeitig entdeckt werden?

Im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen werden bei Ihrem Kind die im jeweiligen Alter besonders wichtigen Risikofaktoren erfasst. Ob die gemessenen Untersuchungswerte bei Ihrem Kind im Normbereich liegen, teilt Ihnen der Arzt mit. Falls die Werte außerhalb der Norm liegen, wird er Ihnen entsprechende Kontrollen sowie gegebenenfalls eine weitere Abklärung empfehlen.

 

Die Untersuchung auf eine Fettstoffwechselstörung ist besonders dann erforderlich, wenn Familienangehörige vor dem 65. Lebensjahr von einem Herzinfarkt oder Schlaganfall betroffen worden sind. In den im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung gemessenen Cholesterinwert gehen das sogenannte gute HDL-Cholesterin (das HDL kann nicht hoch genug sein) und das ungünstige LDL-Cholesterin (sollte möglichst niedrig sein) mit ein. Daher wird Ihr Arzt, wenn der Cholesterinwert bei Ihrem Kind erhöht ist, eine Auftrennung von HDL- und LDL-Cholesterin vornehmen sowie die Triglyceride (weiterer wichtiger Fettstoff im Blut) bestimmen, um beurteilen zu können, ob eine behandlungsbedürftige Fettstoffwechselstörung vorliegt.

Wie sieht eine gezielte Vorsorge aus?

Eine gezielte Vorsorge von Herz-Kreislauf-Erkrankungen besteht in einer gesunden Lebens- und Ernährungsweise. Kinder lernen ihre Lebens- und Ernährungsgewohnheiten in erster Linie im Elternhaus. In diesem Bewußtsein sollten die Eltern durch ihr eigenes gesundheitliches Verhalten positiven Einfluss auf ihre Kinder ausüben.

 

Eine gesunde Lebensweise besteht u.a. aus regelmäßiger körperlicher Aktivität, z.B. in Form von Laufen, Schwimmen und Radfahren. Dabei bietet es sich an, dass sich die ganze Familie anschließt. Doch bereits Aktivitäten im Alltag wie z.B. das Joggen zum Briefkasten und das Vermeiden von Rolltreppen tragen schon zur Steigerung der körperlichen Fitness bei. Außerdem sollten Sie Ihr Kind darin bestärken, dass Nichtrauchen ganz toll ist.

 

Für eine gezielte Vorsorge ist, wie schon gesagt, ist eine gesunde Ernährungsweise ganz besonders wichtig, denn Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, Übergewicht und Fettstoffwechselstörungen zählen zu den ernährungsabhängigen Gesundheitsstörungen, die zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen können.

Wie sieht eine gesunde Ernährungsweise aus?

Eine der wichtigsten Botschaften ist: Je abwechslungsreicher und vielseitiger Ihr täglicher Speiseplan aussieht, desto gesünder ernähren Sie sich. Eigentlich sind es nur wenige Punkte auf die Sie hierbei zu achten haben, besonders zu erwähnen sind:

  • Nicht zu kalorienreich – die Waage ist eine gute Kontrolle
  • Achten auf sichtbares und verstecktes Fett, vor allem in tierischen Lebensmittel
  • Öfter Vollkornprodukte, mehr Gemüse, Kartoffeln und frisches Obst
  • Sparsam salzen, gezielt würzen

 

Schon ein wenig mehr körperliche Aktivität und ein wenig mehr Beachtung der Ernährung sind Schritte in die richtige Richtung.