Pressemitteilung
Jeder sollte seine Cholesterin- und Blutfettwerte kennen!
Sind die Konzentrationen von LDL-Cholesterin, Lipoprotein(a) und Triglyzeriden im Blut erhöht, spürt man davon meist lange Zeit nichts. Es können aber schleichend Ablagerungen in den Blutgefäßen – medizinisch auch als Atherosklerose bezeichnet – entstehen, wodurch Erkrankungen wie ein Herzinfarkt, Schlaganfall oder Durchblutungsstörungen verursacht oder begünstigt werden. Durch Vorbeugung sowie rechtzeitige Behandlung ließen sich viele solcher Herz-Kreislauf-Erkrankungen verhindern. Eine der wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen ist die Senkung erhöhter LDL-Cholesterinwerte im Blut. Zum Tag des Cholesterins am 12. Juni 2026 ruft die Deutsche Gesellschaft für Lipidologie e. V. (DGFL) – Lipid-Liga daher jeden dazu auf, regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen beim Hausarzt mit einem Check der Blutfettwerte wahrzunehmen und gegebenenfalls zu handeln.
Vorbeugen durch gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und Entspannung
Der heute weit verbreitete Lebenswandel mit wenig Bewegung, langem Sitzen, zu kalorienreicher Ernährung, Alkoholkonsum, Rauchen und Stress schlägt sich wortwörtlich in den Blutgefäßen nieder. Ihre empfindliche Innenauskleidung nimmt Schaden und es lagern sich nach und nach Blutfette und andere Substanzen ab – es entsteht eine Atherosklerose. Durch einen dauerhaft zu hohen LDL-Cholesterinspiegel oder zu hohes Lipoprotein(a) verengen sich Blutgefäße immer weiter. Ablagerungen, medizinisch als Plaques bezeichnet, können aufplatzen, worauf der Körper mit einem Blutgerinnsel reagiert, das zum Verschluss des betroffenen Blutgefäßes führen kann. Je nachdem, wo er auftritt, führt der Gefäßverschluss zu einem Herzinfarkt, einem Schlaganfall oder zu Durchblutungsstörungen in den Beinen, einer so genannten peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK). Je früher man erhöhte Werte feststellt, desto besser kann man die eigenen Blutgefäße vor Schäden schützen. Ein gesunder Lebenswandel ist hierfür die Basis und gegebenenfalls wird die behandelnde Ärztin bzw. der behandelnde Arzt den Einsatz geeigneter Medikamente empfehlen.
Blutfette messen lassen und wenn nötig handeln!
Idealerweise werden die Blutfettwerte schon vor der Pubertät kontrolliert, da hohe LDL-Cholesterinwerte auf eine genetische Veranlagung zurückgehen können, die es möglichst früh zu entdecken gilt. Das ist insbesondere bei hohem Lipoprotein(a) der Fall. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen erst ab 18 Jahren eine einmalige Gesundheitsuntersuchung inklusive der Bestimmung der Blutfettwerte, also des Lipidprofils. Weitere Kontrollen werden ab einem Alter von 35 Jahren im 3-Jahres-Rhythmus im Rahmen des „Check-up 35“ erstattet. „Warten Sie nicht so lange ab, sondern werden jetzt für Ihre Gesundheit aktiv,“ rät Professor Oliver Weingärtner, Vorsitzender der DGFL – Lipid-Liga e. V. Die Bestimmung des Lipidprofils, also von Gesamtcholesterin, LDL- und HDL-Cholesterin, Triglyzeriden, kostet vergleichsweise wenig. Der Wert für Lipoprotein(a) ist größtenteils erblich bedingt und verändert sich daher kaum, weshalb er einmal im Leben bestimmt werden sollte.
Für die Senkung erhöhter Blutfette ist ein gesunder Lebenswandel die Basis, bei hohen Triglyzeriden sogar entscheidend. Aber nicht immer reichen Ernährung und Bewegung allein aus. Um hohes LDL-Cholesterin zu senken, gibt es zahlreiche sehr gut verträgliche Medikamente. Bei hohem Lipoprotein(a) sind bislang noch keine senkenden Medikamente zugelassen. Es gilt dann, alle anderen Risiken für die Herz-Kreislauf-Gesundheit, also z. B. hohes LDL-Cholesterin sowie Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes mellitus, bestmöglich zu reduzieren bzw. einzustellen.
Je höher das Gesamtrisiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, desto niedriger der empfohlene LDL-Cholesterinwert
Studien zeigen, dass das Herz-Kreislauf-Risiko umso geringer ist, je niedriger der LDL-Cholesterinwert liegt und je länger er niedrig ist. Doch wann ist der Wert zu hoch? Einen für jeden gültigen Grenzwert gibt es nicht, denn medizinisch wird immer das kardiovaskuläre Gesamtrisiko eines Menschen im Einzelfall betrachtet. Dabei spielen Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck ebenso eine Rolle wie das Alter, der Lebenswandel, eine erbliche Vorbelastung oder eine bereits bestehende Atherosklerose oder Herz-Kreislauf-Erkrankung. Unter Berücksichtigung des individuellen Gesamtrisikos wird für eine mögliche Behandlung ein LDL-Cholesterin-Zielwert festgelegt, der umso niedriger angesetzt wird, je höher das Risiko ist. So wird beispielsweise Personen ohne relevante Risikofaktoren ein LDL-Cholesterin unter 116 mg/dl bzw. 3,0 mmol/l empfohlen, wer aber schon einen Herzinfarkt erlitten hatte, also ein hohes Risiko aufweist, sollte seinen LDL-Cholesterinwerte unter 55 mg/dl bzw. 1,4 mmol/l senken.
Über die DGFL – Lipid-Liga e. V.:
Die Deutsche Gesellschaft für Lipidologie e. V. (DGFL) – Lipid-Liga besteht seit 1988 und hat aktuell über 2.000 ärztliche Mitglieder. Die Gesellschaft ist ein unabhängiger Ansprechpartner für Fragestellungen rund um den Fettstoffwechsel und die Atherosklerose. Ihre Aufgabe sieht die DGFL – Lipid-Liga e. V. in der Aufklärung durch Umsetzung und Vermittlung gesicherter Erkenntnisse auf dem Gebiet der Prävention, Diagnostik und Therapie.
Weitere Informationen unter www.lipid-liga.de
Ratgeber stehen unter https://www.lipid-liga.de/broschure/ zur Verfügung
Pressekontakt:
Iris Löhlein
DGFL – Lipid-Liga e. V.
– Leitung der Geschäftsstelle –
Kuhgasse 9, 63571 Gelnhausen
Tel.: 06051 / 4 90 84-18, Fax: 06051 / 4 90 84-28
E-Mail: iris.loehlein@lipid-liga.de oder info@lipid-liga.de
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