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Stellungnahme zum Einfluss der Statintherapie auf die Krebshäufigkeit

 

Niedriges Cholesterin und Krebs. Müssen wir umdenken?

In den vergangenen Jahren hat es eine Fülle von Daten zum Nutzen der Cholesterinsenkung gegeben, wie sie in Menge und Konsistenz für kein vergleichbares Therapiegebiet vorliegen. Seit der Einführung der Statine ist es möglich, das LDL-Cholesterin effizient und ausreichend zu senken und damit die Mortalität und Morbidität der KHK entscheidend zu beeinflussen. In einer Meta-Analyse von 14 Studien mit über 90.000 Teilnehmern konnte gezeigt werden, dass eine positive Beziehung zwischen der absoluten LDL-Cholesterin-Senkung und dem klinischen Verlauf der KHK besteht (Lancet 2005; 366:1267 – 78). Nicht zuletzt auf diese Meta-Analyse gründet sich die Empfehlung für die Senkung erhöhter LDL-Cholesterin-Werte: „the lower the better“.

 

Durch eine neue Meta-Analyse von Alsheikh-Ali (J Am Coll Cardiol 2007; 50:409-418) ist jetzt die Unbedenklichkeit der LDL-Cholesterin-Senkung in die Diskussion geraten. Die Autoren haben durch eine Auswertung zahlreicher Statin-Studien versucht, den Einfluss des Grades der Lipidsenkung auf die Nebenwirkungen herauszuarbeiten. Dabei zeigte sich, dass das Ausmaß der Leberschäden und die Häufigkeit des Auftretens von Rhabdomyolysen unabhängig von der absoluten und der relativen LDL-Cholesterin-Senkung und auch unabhängig vom erreichten Lipid-Wert waren. Zumindest bei den Leberschäden bestand dagegen ein Zusammenhang mit der Dosis des Medikaments. Damit müssen die Nebenwirkungen auf Leber und Muskel wohl als toxische Medikamentenwirkungen hochdosierter Statine und nicht als Folge niedriger LDL-Werte oder der LDL-Reduktion an sich gesehen werden.

 

Überraschenderweise fand sich bei der Metaanalyse aber auch ein Zusammenhang zwischen den erreichten Lipidwerten und der Häufigkeit des Auftretens von malignen Veränderungen. Diese Diskussion ist nicht neu. In zahlreichen epidemiolo-gischen Studien ist ein Zusammenhang zwischen niedrigem Cholesterin und vermehrter Mortalität nachgewiesen. Die allgemein anerkannte Erklärung hierfür ist die klinische bekannte Tatsache des Nachweises von niedrigen Cholestreinwerten bei malignen Erkrankungen. Im Zusammenhang mit der lipidsenkenden Therapie konnte ein solcher Zusammenhang bisher nicht gezeigt werden.

 

Alsheikh-Ali et al. fanden jetzt in den Armen der Statin-Studien, die zu niedrigeren LDL-Werten führten, eine höhere Inzidenz von Malignomen. Dies galt nur für das erreichte LDL-Cholesterin. Das Ausmaß der absoluten und der relativen LDL-Cholesterinsenkung in den Studien korrelierte nicht mit der Krebshäufigkeit. Ebenso bestand der Trend nicht für die verwendeten Statindosen. Die Gabe höherer Statindosen war zwar mit mehr Nebenwirkungen an der Leber, aber gleichzeitig mit dem Auftreten von signifikant weniger Krebsfällen als bei mittleren bzw. niedrigen Statindosen verbunden.

 

Die Autoren selbst betonen, dass diese überraschenden Ergebnisse aufgrund einiger methodischer Einschränkungen relativiert werden müssen und dass der gefundene Zusammenhang keinesfalls als kausal bezeichnet werden kann. In die gesamte Meta-Analyse wurden 23 Studienarme von 16 Statinstudien eingeschlossen, aber für die Untersuchung der Krebshäufigkeit konnten nur 13 Arme aus 10 Studien verwendet werden. Insgesamt fanden sich bei Einzelbetrachtung außer in der PROSPER- Studie in keiner einzigen Studie vermehrtes Auftreten von Krebs im Vergleich zu den jeweiligen Placebogruppen. Bisherige Metaanalysen unter Verwendung von teilweise denselben Studien (Lancet 2005;366:1267-78; JAMA 2006; 296:74-80) ergaben keinerlei Einfluß von Statinen auf die Inzidenz von Krebs von auf die Mortalität.

 

Einige große Studien, die zu teilweise sehr niedrigen LDL-Werten geführt haben, wie PROVE-IT, A to Z, TNT und IDEAL wurden in die aktuelle Analyse überhaupt nicht eingeschlossen. Völlig konträr zu den Ergebnissen der Meta-Analyse ist z. B. die TNT-Studie. Dort wurden die wenigsten Krebsfälle in dem Quintil mit dem niedrigsten LDL-Cholesterin nachgewiesen. In einer Metaanalyse mit genau diesen 4 genannten Studien (JACC 2006; 48:438-45) fanden Cannon et al. neben einer 16%igen Reduktion von kardiovaskulären Ereignissen und Todesfällen in den Gruppen mit der aggressiveren Lipidsenkung keinen Einfluß auf die Gesamtmortalität bzw. auf die nicht-kardiovaskuläre Mortalität durch eine aggressive Lipidsenkung im Vergleich zu den Standard-Statindosen.

 

In einer neuen Studie von Leeper et al. (Circulation 2007:116:613-618) wurden 4.295 Patienten mit einem Ausgangscholesterin von unter 60 mg /dl untersucht. Aus dieser Gruppe erhielten 2.564 Patienten eine Statintherapie, 1.731 Patienten wurden „nicht lipidsenkend“ behandelt. Nach einer Beobachtungszeit von durchschnittlich 2.1 Jahren fand sich in der Therapiegruppe ein signifikant geringeres Auftreten von Todesfällen, KHK Ereignissen und Myokardinfarkten. Eine Zunahme an malignen Erkrankungen wurde nicht registriert. Diese Ergebnisse bestätigen die Befunde, die in zwei großen Studien mit Lipidsenkern gefunden wurden. Sowohl in der 4S-Studie (-30%) als auch in der HPS-Studie mit mehr als 10.000 Patienten im Simvastatin-Arm (-30%) zeigte sich ein deutlicher Überlebensvorteil bzgl. aller Todesarten (Gesamtmortalität) zugunsten der Lipidsenkung.

 

Da in der Metaanalyse von Alsheikh-Ali keine Bevorzugung eines Organs in Bezug auf die Krebshäufigkeit festzustellen war, müsste ein hypothetischer Mechanismus im Sinne eines universellen Triggers zur Auslösung von Malignomen in verschiedenen Geweben bestehen. Ein derartiges Phänomen ist im Zusammenhang mit niedrigem Cholesterin bisher nicht bekannt. Außerdem ist es unwahrscheinlich, dass sich dafür notwendige Veränderungen in der Zellbiologie und der Zellimmunität innerhalb der durchschnittlichen Studiendauer der untersuchten Studien von ca. 5 Jahren vollziehen. Die längste kontrollierte Beobachtung von Statin-Patienten liegt aus der 4S-Studie vor (Lancet, 2004; 364:771-77). Nach 10,4 Jahren Nachbeobachtung fand sich keine signifikant höhere Krebshäufigkeit in der Simvastatingruppe. Im Gegenteil: tendenziell waren krebsbedingte Todesfälle (-19%) und das Neuauftreten von Malignomen (-12%) unter dem Statin reduziert.

 

Zusammenfassend kann festgestellt werden: Die Ergebnisse der zur Verfügung stehenden Studien zeigen keine Kausalität zwischen niedrigem LDL-Cholesterin und dem Auftreten von Krebs. In allen Studien fand sich bei niedrigeren LDL-Cholesterinwerten ein Rückgang der koronaren Morbidität, teilweise der Mortalität. Was noch fehlt, ist eine Analyse aller Studien mit anderen Medikamenten und Methoden zur Lipidreduktion (wie z. B. Ileo-Bypass-Operation und Ernährung) und deren Einfluss auf das Auftreten von malignen Erkrankungen. Am Nutzen der lipidsenkenden Therapie bei kardiovaskulären Erkrankungen besteht nach wie vor kein Zweifel. Es gibt keine Hinweise, dass der Schaden größer ist als der Nutzen. Eine Änderung der bisherigen Vorgehensweise bei kardiovaskulären Risikopatienten ist auf der Basis der aktuellen Metaanalyse nicht erforderlich.

 

Prof. Dr. med. Achim Weizel
Vorsitzender DGFF (Lipid-Liga) e. V.

 

München, den 17.08.2007


 

Stellungnahme zum Leserbrief von Professor Dr. Walter Hartenbach, Chirurg, 82031 Grünwald, Bayerisches Ärzteblatt 5/2002

Nicht die medikamentöse Therapie von Hyperlipidämien stellt die tödliche Gefahr dar, sowie Prof. Hartenbach behauptet, sondern seine folgenden Behauptungen, die er als wissenschaftliche Aussagen deklariert:

  • Es gibt keine einzige Indikation für eine Cholesterinsenkung.
  • Jede Cholesterinsenkung führt zu einer Minderung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit mit einer erschreckend hohen Zahl tödlicher Folgen.
  • Alle wissenschaftlichen Arbeiten beweisen eindeutig, dass es keinen
  • Zusammenhang zwischen hohem Cholesterinspiegel und Arteriosklerose oder Herzinfarkt gibt.
  • Nach all den Erkenntnissen beinhaltet jede medikamentöse Cholesterinsenkung eine tödliche Schädigung und müsste, wie alle Wissenschaftler betonen, verboten werden.

 

Es wundert nicht, dass Prof. Hartenbach für diese Aussagen keine Belege liefern kann: es gibt sie einfach nicht!

 

Zur wissenschaftlichen Datenlage:

Die konsequente Senkung des LDL-Cholesterins ist, statistisch gesehen, bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit die wirksamste Maßnahme zur Verhinderung des Herzinfarkts. In der Primärintervention ist die Therapie von Fettstoffwechsel-störungen mit hohem bis obligatem Risiko (z. B. familiäre Hypercholesterinämie, familiär kombinierte Hyperlipidämie und familiäre Dysbetalipoproteinämie) zur Risikominimierung unbedingt erforderlich. Für die wirksame Senkung des LDL-Cholesterins kann dabei auf den Einsatz von Medikamenten wie der CSE-Hemmer, und um die scheint es Prof. Hartenbach zu gehen, nicht verzichtet werden. Neben der Senkung des LDL-Cholesterins beeinflussen die verschiedenen CSE-Hemmer eine Reihe von Mechanismen, die im komplexen Geschehen der Atherosklerose von Bedeutung sind, günstig: Sie verbessern u. a. die endotheliale Dysfunktion und führen damit zu einer verbesserten Durchblutung des Myocards.

 

CSE-Hemmer reduzieren bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit signifikant die Gesamtsterblichkeit. Dies konnte in den beiden Studien (4 S und LIPID), die mit dieser Fragestellung durchgeführt wurden, gezeigt werden. So erhielten z. B. in der Scandinavian Simvastatin Survival Study (4 S) 2221 Patienten Simvastatin. Nach 5,4 Jahren waren 256 Todesfälle unter Placebo und 183 unter Simvastatin (- 73 Todesfälle) dokumentiert, nach weiteren zwei Jahren 353 versus 256 (- 97 Todesfälle). Dies entspricht nach 7,4 Jahren einer statistisch hochsignifikanten Verringerung der Gesamtsterblichkeit um 30 % (P = 0,00002). Die Behandlung von 2221 Patienten mit Simvastatin verhinderte daher 97 Todesfälle. In der 5,4 Jahre dauernden 4 S profitierte nahezu jeder fünfte Patient (u. a. kein weiterer Herzinfarkt, keine Bypass-Operation oder PTCA erforderlich), in Untergruppen, wie bei Patienten mit Diabetes mellitus, nahezu jeder Dritte. In allen Studien mit klinischen kardialen Endpunkten zeigte sich eindeutig, dass die Therapie mit CSE-Hemmern neue oder erneute kardiale Ereignisse verhindern kann. Die Daten dieser Studien zeigen den Nutzen der Therapie mit CSE-Hemmern auf. Sie zeigen aber auch, dass nicht jeder Patient von der Einnahme profitieren wird.

 

Besondere Anforderungen sind an die Sicherheit der CSE-Hemmer zu stellen. hDie Sicherheit der CSE-Hemmer ist in großen langdauernden Interventionsstudien dokumentiert: Scandinavian Simvastatin Survival Study, CARE, LIPID-Studie, WOSCOPS (Pravastatin) und AFCAPS/TexCAPS (Lovastatin). Ihre Nebenwirkungen sind bekannt und erfordern ein sorgfältiges Führen des Patienten. Sie haben insgesamt gesehen ein niedriges Risiko (< 1 %) für unerwünschte Arzneimittel-nebenwirkungen. Ein wesentlicher Anteil tritt bei Interaktionen mit anderen Medikamenten auf. Daher muß bei Auswahl der Dosis und der Anwendung zusammen mit anderen Medikamenten gezielt nach möglichen Interaktionen gefragt und im Zweifelsfall auf die Anwendung der maximalen Dosis verzichtet werden. Bei kombinierten Hyperlipidämien (gleichzeitiger Erhöhung von Triglyceriden und LDL-Cholesterin), die durch Lebensstiländerung und Ausschaltung von Ursachen der Hypertriglyceridämie (z. B. schlecht eingestellt Diabetes mellitus, Adipositas) nicht ausreichend therapiert werden konnten, ist ein Therapieversuch mit einem entsprechendem Fibrat indiziert, zumal im Hinblick auf einen zu erwartenden Anstieg des HDL-Cholesterins.

 

Sollte eine Absenkung erhöhter LDL-Cholesterinkonzentrationen, insbesondere bei nachgewiesener koronarer Herzerkrankung, allerdings nicht durchgeführt werden, sollten die Gründe dafür sorgfältig dokumentiert werden, um späteren Regreßforderungen der Patienten bzw. seiner Angehörigen widersprechen zu können.

 

Persistierende Kritik an der Lipidtheorie der Atherosklerose, wenn auch nur noch von wenigen geübt, müssen ernst genommen werden. Um einer möglichen Verunsicherung der Ärzteschaft zu begegnen, werden wir als medizinische Fachgesellschaft daher mit der gleichen Penetranz, das Wissen um den durch konsequente LDL-Cholesterinsenkung mit hochwirksamen Medikamenten erreichbaren erheblichen Nutzen bezüglich Mortalität und Morbidität an die Ärzteschaft weitergeben. Persönliche Erfahrungen lassen allerdings Zweifel aufkommen, ob dieses Wissen auch die letzten Opponenten wie Prof. Hartenbach erreichen wird.

 

Gern stehen wir der Leserschaft für Rückfragen zur Verfügung: Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen DGFF (Lipid-Liga) e.V., Postanschrift: DGFF (Lipid-Liga) e.V., Waldklausenweg 20, 81377 München, Tel. (089) 7191001, Fax. (089) 7142687, E-Mail: info@Lipid-Liga.de. Weitere Informationen für die Ärzteschaft sind unter www.lipid-liga.de sowie unter Einsendung von € 3,06 in Form von Briefmarken erhältlich.

 

Dr. rer. biol. hum. Heike Kantner
DGFF (Lipid-Liga) e.V.

 

München 2002


 

Leserbrief zum Interview mit Jörg Blech, dem Verfasser des Buches „Die Krankheitserfinder“

Deutsches Ärzteblatt Heft 43/2003 „Das Streben nach Gesundheit wird ausgenutzt“


 

Original-Leserbrief Vorstandsmitglied Prof. März

Zu Jörg Blech; „Die Abschaffung der Gesundheit“; Spiegel Heft 33/2003 vom 11.08.03

 

Man nehme blühende Phantasie, etwas medizinisches Halbwissen, klischeehafte Vorurteile gegen korrupte Ärzte und die habgierige Pharmaindustrie und mache daraus ein Märchen, das nebenbei noch brandgefährlich ist. Brandgefährlich nicht etwa für das ohnehin nur als Phantom vorkommende Kartell aus medizinischen Meinungsbildnern und profithungrigen Pillendrehern, sondern für Millionen von Patienten, deren Vertrauen zu kenntnisreichen und einsatzfreudigen Ärzten auf diese Weise mutwillig zerstört wird.

 

Der Autor mag ja von der hehren Absicht getragen sein, den Leser vor Schaden zu bewahren. Bewirkt hat er durch seine schludrige Recherche das Gegenteil. Am Beispiel Cholesterin aufgezeigt: Die „Cholesterintheorie“ ist schon längst keine Theorie mehr. Kaum ein Therapieprinzip ist heute empirisch so gut abgesichert wie die medikamentöse Cholesterinsenkung, und zwar durch kontrollierte Langzeitstudien, deren Zahl inzwischen Legion ist und die auch dem Autor zugänglich gewesen wären. Die Studien sind in den letzten zehn Jahren veröffentlicht und haben die Skeptiker, denen 1990 vielleicht noch vereinzelt Gehör geschenkt wurde, verstummen lassen. Auch etwas anderes hat der Autor nicht verstanden: Die Frage, ob ein Cholesterinsenker verschrieben wird, wird heute nicht mehr mit dem Cholesterinwert allein beantwortet. Vielmehr berücksichtigt der Arzt die klinische Situation und alle Risikofaktoren wie zum Beispiel Alter, „Zuckerkrankheit“, Rauchen oder Blutdruck und verschreibt Cholesterinsenker besonders dann, wenn der Patient einen Herzinfarkt überlebt hat oder viele Risikofaktoren zusammenkommen. So kann die cholesterinsenkende Behandlung für Menschen mit vergleichsweise niedrigem Cholesterin einen größeren Nutzen haben als für Menschen mit höheren Werten (und sonst keinerlei Risiken).

 

Weltweit arbeiten Gefäßmediziner an Universitäten und in der Pharmaindustrie an Wegen zur Verfeinerung der Behandlung mit Cholesterinsenkern. Dabei spielt neben vielem anderem in der Tat auch die Erfassung genetischer Veranlagungen eine Rolle. Ein Grund, sich dafür zu schämen, ist schwer zu erkennen. Zum Glück und zum Wohl von Millionen Gefäßpatienten lassen sich seriöse Forscher (und die sind deutlich in der Mehrheit) und verantwortliche Pharmaunternehmen durch Beiträge wie diesen vom eingeschlagenen Weg nicht abbringen.

 

Der Artikel ist beschämend, nicht für die Pharmaindustrie und auch nicht für die Ärzteschaft, sondern für den Autor.

 

Univ. Prof. Dr. med. Winfried März
Klinisches Institut für Medizinische und chemische Laboratoriumsdiagnostik
Karl Franzens-Universität
Auenbrugger Platz 15
A-8036 Graz
Österreich


 

Original-Leserbrief Vorstandsmitglied Prof. Weizel

Leserbrief der Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechsel-störungen und ihren Folgeerkrankungen DGFF (Lipid-Liga) e. V. zum Spiegelbeitrag „Die Abschaffung der Gesundheit“, erschienen in „Der Spiegel“, Nr. 33/11.08.03,
S. 116 ff, Autor Jörg Blech, konkreter Bezug auf die Seiten 122 – 124

 

Kein Zweifel: Erhöhte (LDL-) Cholesterinkonzentration ein Hauptrisikofaktor für den Herzinfarkt

 

Es ist medizinisch unbestritten: Vor allem ein erhöhte Cholesterinkonzentration im Blut spielt neben Rauchen, Bluthochdruck, Übergewicht und Zuckerkrankheit eine wesentliche Rolle bei der Entstehung der Atherosklerose und dem damit verbundenen Herzinfarkt.

 

Diese Erkenntnis ist das Ergebnis zahlreicher großer, wissenschaftlich abgesicherter Untersuchungen der letzten 10 Jahre sowohl aus Europa wie auch aus den Vereinigten Staaten. An über 40 000 Patienten (Männern wie Frauen) konnte gezeigt werden, dass nach einem Herzinfarkt Zweitinfarkte und Eingriffe am Herzkranzsystem 20 – 30 % seltener zu registrieren sind, wenn das Cholesterin deutlich abgesenkt wird. Diese positiven Ergebnisse wurden schon nach 4 – 5 Jahren Therapie erreicht, erfreulicherweise lässt sich dieser Effekt auch bei Weiterführen der Therapie nachweisen. Weitere große Interventionsstudien belegen, die Notwendigkeit einer frühzeitigen Behandlung erhöhter (LDL-) Cholesterin-konzentrationen, um schweren Koronarereignissen wie einem Herzinfarkt vorzubeugen. Nicht zuletzt konnte in diesen Studien durch die Abnahme an koronaren Todesfällen die Verringerung der Gesamtsterblichkeit statistisch nachgewiesen werden.

 

Gerade die in den letzten Jahren gewonnenen Erkenntnisse zur Entstehung der Herzinfarktes und zur Verhinderung eines erneuten Ereignisses am Herzen geben uns gute Argumente in die Hand, durch Änderung des Lebensstils und gezielten Einsatz von cholesterinsenkenden Medikamenten den früher als schicksalhaft betrachteten Verlauf günstig zu beeinflussen. Durch die Senkung des Cholesterins kommt es zu einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität der Patienten, bleiben ihm meistens weitere massive chirurgische Eingriffe erspart.

 

Die Forderung, dass jeder Erwachsene, besser noch jeder Schüler und Jugendliche neben seinem Blutdruck und seinem Blutzucker auch seinen Cholesterinwert kennen sollte, ist Teil einer Primär-Präventionsstrategie mit dem Ziel, schon die Entstehung von Krankheiten und deren Komplikationen zu verhindern.

 

Eine völlige Fehlinterpretation ist die Aussage im Spiegelartikel, dass alle Menschen mit einem Gesamtcholesterin von über 200 mg / dl als krank abgestempelt werden sollen. Bei Werten über 200mg /dl ist zusätzlich das gute (HDL-) und das schlechte (LDL-) Cholesterin zu bestimmen. Durch eine differenzierte Betrachtung der Werte zeigt es sich dann, dass viele Menschen aufgrund günstiger Konstellationen gerade nicht behandelt werden müssen oder eine Veränderung ihres Lebensstils und Ernährungsweise völlig ausreicht, ihre Cholesterinkonzentration in den Griff zu bekommen.

 

Im Übrigen behandelt kein gewissenhafter Arzt einen Patienten nur aufgrund seiner Cholesterinwerte, d. h. ohne seine gesundheitliche Gesamtkonstellation zu kennen. Es gilt heute das Prinzip des Globalrisikos: Abgesehen von genetisch bedingten Formen wird eine erhöhte Cholesterinkonzentration nur behandelt, wenn andere Risikofaktoren wie Zigarettenrauchen, Bluthochdruck, Diabetes, genetische Belastung in die Betrachtung mit einbezogen werden. Entsprechend der individuellen Konstellation wird dann versucht, die Cholesterinkonzentration (LDL-Cholesterin) im Blut auf das für den Patienten optimale Niveau einzustellen, je früher umso wirksamer. Es ist nicht nur unverantwortlich sondern auch gefährlich, wenn durch einseitige Betrachtung und Fehlinterpretationen der wissenschaftliche, und vor allem klinische Fortschritt der letzten 10 Jahre in Frage gestellt wird. Diese Vorgehensweise der Fehl- und Falschinformation führt häufig zu Verunsicherungen von betroffenen Patienten, die dann zu ihrem Schaden sinnvolle Therapien ablehnen, unterbrechen oder beenden.

 

Gern stehen wir der Leserschaft für Rückfragen zur Verfügung: Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen DGFF (Lipid-Liga) e.V., Postanschrift: DGFF (Lipid-Liga e.V.), Waldklausenweg 20, 81377 München, Tel. (089) 7191001, Fax. (089) 7142687, E-Mail: info@lipid-liga.de. Weitere Informationen sind unter www.lipid-liga.de sowie unter Einsendung von € 3,06 in Form von Briefmarken erhältlich.

 

Prof. Dr. med. Achim Weizel
Vorsitzender DGFF (Lipid-Liga) e. V.

 

München, den 18.08.2003


 

Tag des Cholesterins 2005

DGFF und DGAF setzen als Themenschwerpunkte das metabolische Syndrom und die Rolle des HDL-Cholesterins – Zentrale Informationsveranstaltung auf dem Hamburger Gänsemarkt – Ärztliche Fortbildungsveranstaltung

 

Die Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen DGFF (Lipid-Liga) e.V. führt zusammen mit ihrem Kooperationspartner, der Deutschen Gesellschaft für Atheroskleroseforschung DGAF e.V. auch im Jahr 2005 den „Tag des Cholesterins“ am 24. Juni 2005 mit einer zentralen Veranstaltung in Hamburg auf dem „Gänsemarkt“ durch. Als Themenschwerpunkte 2005 sind das metabolische Syndrom und die Rolle des HDL-Cholesterins vorgesehen.

 

Herz-Kreislauferkrankungen führen die Rangliste der häufigsten Todesursachen in der westlichen Welt seit eh und je an. Alleine in Deutschland sind Herzinfarkt und Schlaganfall für fast 400.000 Sterbefälle pro Jahr verantwortlich. Seit 1989 klärt die DGFF (Lipid-Liga) e.V. erfolgreich über die Gefahren erhöhter Cholesterin-Konzentrationen im Blut sowie über weitere Risikofaktoren für das kardiovaskuläre System auf.

 

Bundesweite Aufklärungskampagne

 

Im Rahmen der bundesweiten Aufklärungskampagne „Tag des Cholesterins“ werden wieder umfangreiche Informations- und Messaktionen in zahlreichen Apotheken durchgeführt. Zentraler Aktionsort der DGFF in diesem Jahr ist der Hamburger Gänsemarkt, wo interessierte Hamburger Bürger kostenlos ihre Cholesterinwerte messen lassen können. An den Informationsständen können sich alle Interessierten über das individuelle Herz-Kreislauf-Risiko und effektive Gegenmaßnahmen aufklären lassen.

Der Hamburger Gänsemarkt

 

Nach der Premiere 2003 in Berlin und der Veranstaltung im Frankfurter Römer 2004 ist dies bereits die dritte bundesweite Aktion rund um das Thema Cholesterin. Wie erfolgreich der „Tag des Cholesterins“ angenommen wurde, zeigte auch die hervorragende Resonanz im Jahre 2004. Bundesweit kamen insbesondere Apotheken, ärztliche Praxen, Kliniken, Krankenkassen, Ausbildungsstätten und Schulen der Aufforderung der DGFF nach, die Bevölkerung über die Gefahren erhöhter Cholesterinkonzentrationen im Blut sowie über weitere Risikofaktoren für das kardiovaskuläre System aufzuklären und beteiligten sich mit eigenen Aktionen. Über 700 Apotheken waren offizielle Kooperationspartner des „Tag des Cholesterins“. Ihr spezielles Angebot umfasste insbesondere die Messung der Lipid-Konzentration sowie die allgemeine Beratung zum Thema Fettstoffwechsel.

Cholesterinmessaktion im Frankfurter Römer

 

Immer gut beraten. Informationsstand der DGFF

 

Ärztliche Fortbildung

 

Zum „Tag des Cholesterins“ veranstaltet die DGFF (Lipid-Liga) e. V. in Kooperation mit der DGAF e. V. und dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf am 25. Juni 2005 im Radisson SAS Hotel, Hamburg, eine zertifizierte ärztliche Fortbildungsveranstaltung. Der Programmschwerpunkt der Fortbildungsveranstaltung liegt bei neuen diagnostischen und therapeutischen Ansätzen zur Behandlung von Fettstoffwechselstörungen. Die Vortragsthemen im Bereich der Therapie reichen von der Besprechung neuer Wirkstoffe wie CETP-Inhibitoren und Ezetimib, über die Bedeutung der Beeinflussung des HDL-Cholesterins und der Behandlung schwerer Hypertriglyceridämien bis hin zu Themen um Ernährung und Lifestyle. Hierbei wird auf die Bedeutung der Adipositas ebenso eingegangen, wie auf die Beeinflussung der Blutfette durch unterschiedliche Zusammensetzung der Ernährung.

 

Der „Tag des Cholesterins“ hat den enormen Aufklärungsbedarf in der Bevölkerung deutlich gemacht, weshalb die DGFF (Lipid-Liga) e. V. den bundesweiten „Tag des Cholesterins“ künftig jedes Jahr, immer am letzten Wochenende im Juni abhalten wird.

Zusätzliche Informationen zum „Tag des Cholesterins“ finden Sie hier

 

Weitere Informationen:

 

Dr. rer. biol. hum. Heike Kantner
DGFF (Lipid-Liga) e.V.

 

München, im April 2005


 

71. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie- Herz- und Kreislaufforschung

Gemeinsame Sitzung von DGAF und DGFF

Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie- Herz- und Kreislaufforschung (DGK) veranstaltet vom 31. März bis zum 2. April 2005 ihre 71. Jahrestagung in Mannheim. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen „Herzerkrankungen bei Herzpatienten im hohen Alter“.

 

Im Rahmen des Kongresses findet eine gemeinsame Sitzung der im Rahmen einer Kooperation agierenden Deutschen Gesellschaft für Arterioskleroseforschung DGAF e. V. und der Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen DGFF (Lipid-Liga) e. V. am 31. März 2005 zwischen 8:00 und 9:30 Uhr im Saal 6 statt. Schwerpunktthema sind epidemiologische Faktoren und therapeutische Maßnahmen in Bezug auf den HDL-Stoffwechsel.

 

Weitere Informationen:

 

Prof. Dr. G. Arnold
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e. V.
Achenbachstr. 43
40237 Düsseldorf
Telefon: (02 11) 60 06 92-18
Telefax: (02 11) 60 06 92-19
E-Mail: arnold@dgk.org
Internet: www.dgk.org

 

Dr. Heike Kantner
DGFF (Lipid-Liga) e.V.

 

München, im März 2005


 

21. Jahrestagung der Deutschen Adipositas Gesellschaft

Die Deutsche Adipositas Gesellschaft veranstaltet zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Arterioskleroseforschung DGAF e. V. und der Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen DGFF (Lipid-Liga) e. V. vom 6. bis zum 8. Oktober 2005 ihre 21. Jahrestagung in Berlin. Die beiden Fachgesellschaften sind seit dem Jahre 2004 Kooperationspartner.

 

In diesem Jahr stehen die Folgen der Adipositas wie auch gemeinsame ätiopathogenetische Faktoren und therapeutische Interaktionen im Mittelpunkt. Themen werden darüber hinaus Dyslipidämien bei Adipositas sowie das metabolische Syndrom sein.

 

Weitere Informationen:

 

Prof. Dr. med. J. Scholze
Universitätsmedizin Berlin
Medizinische Poliklinik
10117 Berlin
Telefon: (0 30) 4 50 51 40 12
Telefax: (0 30) 4 50 51 49 03

 

CTW – Congress Organisation Thomas Wiese GmbH
Hohenzollerndamm 125
14199 Berlin
Telefon: (0 30) 85 99 62 14
E-Mail: adipositas@ctw-congress.de

 

Dr. Heike Kantner
DGFF (Lipid-Liga) e.V.

 

München, im März 2005


 

Risiko-Früherkennung voll im Trend

„Tag des Cholesterins“ trifft auf positives Echo bei Bevölkerung und Medien – Vorbereitungen für „Tag des Cholesterins 2005“ in Hamburg laufen

 

Am 26. Juni führte die Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen (DGFF) zum zweiten Mal den „Tag des Cholesterins“ durch. Ziel der bundesweiten Aktion war die Aufklärung über die Gefahren hoher Cholesterinspiegel im Blut sowie weiterer Risikofaktoren für Herz und Kreislauf. Denn Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Deutschland noch immer Todesursache Nummer eins.

 

Bundesweit kam es zu einer hohen Beteiligung von insbesondere Apotheken, ärztlichen Praxen, Kliniken, Krankenkassen, Ausbildungsstätten und Schulen, die sich mit Vor-Ort-Aktionen beteiligten. So nahmen über 700 Apotheken mit Cholesterin-Messungen an der Aktion teil. Die Adressen von 300 teilnehmenden Apotheken waren im Internet abrufbar, so dass Interessierte erfahren konnten, welche Apotheke in ihrer Umgebung sich beteiligt. Krankenkassen schalteten Hotlines, über die Informationen zum Thema Blutfette und cholesterinbewusste Ernährung erhältlich waren. Zeitgleich führte die DGFF (Lipid-Liga) e.V. eine ärztliche Fortbildungsveranstaltung durch. Hier wurden neue therapeutische Ansätze zur Behandlung von Fettstoffwechselstörungen diskutiert.

 

Die zentrale Veranstaltung im Frankfurter Römer wurde zusammen mit dem Gesundheitstag der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen, Bezirkstelle Frankfurt, durchgeführt. Bürgerinnen und Bürger konnten auf einem „Gesundheitsmarkt“ unter anderem ihren Cholesterinwert bestimmen lassen. Mit gutem Beispiel gingen die Mitarbeiter der Apotheker- und Ärzte-Bank, Niederlassung Frankfurt, sowie der Kassenärztlichen Vereinigung voran. Bei 6% der getesteten Personen wurde eine Gesamt-Cholesterin konzentration von mehr als 300 mg/dl entdeckt. Dabei spricht man bereits bei einer Konzentration von über 200 mg/dl von einem erhöhten Wert, der eine differentielle Bestimmung von HDL- und LDL-Cholesterin sowie der Triglyceride unbedingt erforderlich macht.

 

Ein besonderer Focus lag dieses Mal auf mögliche Vorbelastungen von Kindern und Jugendlichen, deren Eltern von erhöhten Cholesterinwerten betroffen sind oder bereits einen Schlaganfall oder Herzinfarkt erlitten haben. Etwa 20% aller Kinder und Jugendlichen zwischen zehn und 18 Jahren haben Übergewicht, 10% sind adipös, die Hälfte dieser Kinder hat bereits eine Fettstoffwechselstörung. Diese alarmierenden Zahlen zeigen den beträchtlichen Handlungsbedarf, der auf dem Gebiet der Prävention bei Kindern und Jugendlichen besteht. Die DGFF fordert deshalb, bereits im Kindesalter gezielt nach Fettstoffwechselstörungen zu fahnden. So sollte bei Kindern aus vorbelasteten Familien noch vor dem zehnten Lebensjahr eine nach HDL- und LDL-Cholesterin gesplittete Messung vorgesehen sein. Sollte die LDL-Cholesterinkonzentration erhöht sein, gibt es inzwischen verbesserte Behandlungsmöglichkeiten, wie Prof. Dr. Achim Weizel, Vorsitzender der DGFF (Lipid-Liga) e.V. betont.

 

Nach der Premiere 2003 in Berlin und der Aktion im Frankfurter Römer 2004 führt die DGFF, in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Arterioskleroseforschung (DGAF), den 3. bundesweiten „Tag des Cholesterins“ im Jahre 2005 mit einer zentralen Veranstaltung in Hamburg durch. Als genauer Termin steht Freitag der 24. Juni bereits fest. Als Themenschwerpunkte 2005 sind vorgesehen das Metabolische Syndrom und die Rolle des „guten HDL-Cholesterins“.

 

Bei Fragen zum „Tag des Cholesterins“ sowie rund um das Thema Fettstoffwechselstörungen weist die DGFF auch auf ihre Homepage unter www.lipid-liga.de hin.

 

München im November 2004


 

Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch Risiko-Früherkennung bei Kinder und Jugendlichen

2. „Tag des Cholesterins“ – DGFF fordert bei familiär vorbelasteten Kindern eine gezielte Fahndung nach Fettstoffwechselstörungen vor dem zehnten Lebensjahr – Vorbereitungen für „Tag des Cholesterins 2005“ in Hamburg laufen

 

Kardiovaskuläre Erkrankungen stellen in Deutschland weiterhin die häufigsten Todesursachen dar. Im Jahr 2002 starben 400.000 Menschen an Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems. Vor diesem ernsten Hintergrund führte die Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen (DGFF) am 26. Juni zum zweiten Mal den „Tag des Cholesterins“ durch. Ziel dieser jährlich stattfindenden, bundesweiten Aktion ist die Aufklärung der Bevölkerung über die Gefahren erhöhter Cholesterin-Konzentrationen im Blut sowie weiterer Risikofaktoren für das kardiovaskuläre System.

 

Bundesweit kamen insbesondere Apotheken, ärztliche Praxen, Kliniken, Krankenkassen, Ausbildungsstätten und Schulen der Aufforderung der DGFF nach und beteiligten sich mit Aktionen. In über 700 Apotheken konnte die Bevölkerung ihre Lipid-Konzentration testen lassen.

 

Zeitgleich veranstaltete die DGFF (Lipid-Liga) e.V. eine ärztliche Fortbildungsveranstaltung, bei der neue therapeutische Ansätze zur Behandlung von Fettstoffwechselstörungen diskutiert wurden. Die Vortragsthemen reichten von der Interaktion zwischen Lebensstil, Freizeitaktivität und Körperkomposition sowie den resultierenden Konsequenzen für das Gesundheitsmanagement über „Functional Food“ bis hin zu neuen Strategien der lipidmodulierenden Pharmakotherapie.

 

Die zentrale Veranstaltung im Frankfurter Römer wurde zusammen mit dem Gesundheitstag der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen, Bezirkstelle Frankfurt, durchgeführt. Bürgerinnen und Bürger konnten auf einem „Gesundheitsmarkt“ unter anderem ihren Cholesterinwert bestimmen lassen. Bei 6% der getesteten Personen wurde eine Gesamt-Cholesterinkonzentration von mehr als 300 mg/dl festgestellt. Dabei muss man bereits bei einer Konzentration von über 200 mg/dl von einem erhöhten Wert sprechen, der eine differentielle Bestimmung von HDL- und LDL-Cholesterin sowie der Triglyceride unbedingt erforderlich macht. Nur 35% der Personen mit einer Gesamt-Cholesterinkonzentration von über 200 mg/dl wiesen keine weiteren Risikofaktoren der Atherosklerose wie Hypertonie, Diabetes, Tabak-Abusus oder eine familiäre Vorbelastung für Myokardinfarkt oder Apoplexie auf. Beim Personenkreis mit Konzentrationen über 300 mg/dl waren es nur 20%. So hatten 43% der Getesteten mit Gesamt-Cholesterinkonzentrationen über 200 mg/dl einen erhöhten Blutdruck, 31% gaben eine familiäre Vorbelastung für Myokardinfarkt, und 29% eine für Apoplexie an.

 

Ein besonderer Focus war dieses Mal auf Vorbelastungen von Kindern und Jugendlichen gerichtet, deren Eltern von erhöhten Cholesterin-Konzentrationen betroffen sind oder bereits eine Apoplexie oder einen Myokardinfarkt erlitten haben. Etwa 20% aller Kinder und Jugendlichen zwischen zehn und 18 Jahren haben Übergewicht, 10% sind adipös, die Hälfte dieser Kinder hat bereits eine Fettstoffwechselstörung. Diese alarmierenden Zahlen zeigen den beträchtlichen Handlungsbedarf, der auf dem Gebiet der Prävention bei Kindern und Jugendlichen besteht. Die DGFF fordert deshalb, bereits im Kindesalter gezielt nach Fettstoffwechselstörungen zu fahnden. So sollte bei Kindern aus vorbelasteten Familien noch vor dem zehnten Lebensjahr eine nach HDL- und LDL-Cholesterin gesplittete Untersuchung vorgesehen sein. Sollte die LDL-Cholesterinkonzentration erhöht sein, gibt es inzwischen verbesserte Therapiemöglichkeiten, wie Prof. Dr. Achim Weizel, Vorsitzender der DGFF (Lipid-Liga) e.V. betont.

 

Nach der Premiere 2003 in Berlin und der Aktion im Frankfurter Römer 2004 führt die DGFF, in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Arterioskleroseforschung (DGAF), den 3. bundesweiten „Tag des Cholesterins“ am 24. Juni 2005 mit einer zentralen Veranstaltung in Hamburg durch. Als Themenschwerpunkte 2005 sind vorgesehen das Metabolische Syndrom und die Rolle des HDL-Cholesterins.

 

Bei Fragen zum „Tag des Cholesterins“ sowie zu Fettstoffwechselstörungen weist die DGFF auch auf ihre Homepage unter www.lipid-liga.de hin.

 

München im November 2004